Kopten in Ägypten werden zunehmend Opfer gewaltsamer Angriffe

Kairo (APA/AFP) - Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen etwa zehn Prozent der 90 Millionen E...

Kairo (APA/AFP) - Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen etwa zehn Prozent der 90 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Die Minderheit sieht sich immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt. Jihadistengruppen werfen den Kopten in Ägypten vor, den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Sommer 2013 unterstützt zu haben.

Am 11. Dezember 2016 hatte sich ein Selbstmordattentäter während einer Sonntagsmesse in der koptischen Kirche St. Peter und Paul in Kairo in die Luft gesprengt. 27 Menschen wurden getötet und mehr als 30 weitere verletzt. Die kleine Kirche liegt direkt neben der Markus-Kathedrale, wo die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel am Donnerstag bei ihrem Besuch in Ägypten das Oberhaupt der Kopten, Papst Tawadros II., treffen wollte. Anschließend wollten beide zusammen die Kirche St. Peter und Paul besichtigen.

Seit dem Anschlag auf die Kirche verstärkten sich die Feindseligkeiten gegen Kopten noch: Vor zweieinhalb Wochen rief die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in einem Video zu Gewalt gegen Kopten auf, Hunderte Angehörige der Minderheit flohen bereits von der Sinai-Halbinsel. Präsident Abdel Fattah al-Sisi verurteilte die Gewalt und sicherte den Kopten seine Unterstützung zu. Menschenrechtsorganisationen fordern Kairo aber immer wieder auf, die Kopten besser zu schützen.

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