Türkei droht kurdischen Streitkräften im syrischen Manbij mit Angriff

Damaskus (APA/AFP) - Die Türkei hat den kurdischen Streitkräften in Syrien mit einem Angriff gedroht, sollten sie sich nicht aus der nordsyr...

Damaskus (APA/AFP) - Die Türkei hat den kurdischen Streitkräften in Syrien mit einem Angriff gedroht, sollten sie sich nicht aus der nordsyrischen Stadt Manbij westlich des Euphrat zurückziehen. Das sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Donnerstag. Unterdessen gaben von den USA unterstützte kurdisch-arabische Kräfte in Manbij bekannt, erstmals Gebiete an die syrische Regierung abzutreten.

Diese Vereinbarung sei unter Vermittlung Russlands getroffen worden, um einen Konflikt mit der Türkei zu vermeiden, teilte der Militärrat von Manbij mit, der Teil der von den USA unterstützten, kurdisch-arabischen Rebellenallianz Demokratische Kräfte Syriens (DFS/SDF) ist. Demnach sollen die syrischen Regierungstruppen eine Pufferzone zwischen Manbij und von der Türkei unterstützten Rebellen im Norden Syriens kontrollieren: „Wir vom Militärrat Manbij geben bekannt, dass wir mit Russland vereinbart haben, Dörfer an der Frontlinie des ‚Schutzschildes Euphrat‘ den Grenzsoldaten der syrischen Regierung zu überlassen.“

Die türkische Militäroffensive „Schutzschild Euphrat“ in Syrien hatte die jihadistischen Kämpfer des Islamischen Staates (IS) vor einer Woche aus der Stadt Al-Bab in Nordsyrien vertrieben, daran waren neben protürkischen Rebellen auch türkische Truppen direkt beteiligt.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Montag angekündigt, Manbij sei das nächste Ziel der türkischen Truppen. Soldaten der Einheiten „Schutzschild Euphrat“ hatte am Mittwoch begonnen, auf ihrem Weg nach Manbij Dörfer östlich von Al-Bab vom Militärrat Manbidsch einzunehmen. Bis Donnerstag hatten die SDF-Kämpfer die Gebiete aber wieder zurückerobert. Von den rund 30.000 SDF-Kämpfern gehören etwa zwei Drittel zu den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG). Die Türkei stuft die YPG als terroristische Organisation ein.

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Auch Manbij war von IS-Kämpfern besetzt gewesen, seit August 2016 kontrollieren aber die SDF den Ort nahe Aleppo. Die Türkei kritisiert die USA scharf dafür, dass sie Gruppen unterstützen, die Ankara als Terrororganisationen einstuft. Ankara will auf alle Fälle verhindern, dass die Kurden im Norden Syriens ein zusammenhängendes Gebiet an der türkischen Grenze kontrollieren.

Ankara hatte Ende August seine Truppen nach Syrien geschickt, um gemeinsam mit verbündeten protürkischen Rebellengruppen die Jihadisten und kurdischen Milizen von der Grenze zurückzudrängen. Auch die Kontrolle über die inoffizielle Hauptstadt des IS, Raqqa, will die Türkei den Jihadisten entreißen, dafür aber unter keinen Umständen mit kurdischen Milizen zusammenarbeiten.


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