Linken-Chefin Kipping bringt Boykott von Türkei-Reisen ins Gespräch

Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Linken-Chefin Katja Kipping hat sich wegen der politischen Situation in der Türkei dafür ausgesprochen, auf ...

Berlin (APA/dpa) - Die deutsche Linken-Chefin Katja Kipping hat sich wegen der politischen Situation in der Türkei dafür ausgesprochen, auf Urlaubsreisen in das Land zu verzichten. „Wenn die Bundesregierung mit dem Diktator kuschelt, dann sollten wir über einen Tourismus-Boykott nachdenken“, sagte Kipping am Donnerstag „tagesschau.de“.

Es gehe ihr nicht darum, die Menschen in der Türkei zu schädigen, die am Tourismus verdienen. Der Verzicht auf einen Türkei-Urlaub wäre jedoch auch ein Zeichen für Demokratie und Menschenrechte an die Adresse von Präsident Recep Tayyip Erdogan. Außerdem: „Am Badestrand im Ausnahmezustand - wer kann sich da schon entspannen?“

Nach dem Putschversuch im Sommer 2016 und mehreren Terroranschlägen ist der Umsatz in der türkischen Tourismusbranche bereits dramatisch eingebrochen. Die Einnahmen sanken 2016 im Vergleich zum Vorjahr um fast 30 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Türkstat im Jänner mitteilte. Aus Deutschland kamen in den ersten elf Monaten des Jahres etwa 3,76 Millionen Besucher - so viele wie aus keinem anderen Land. Es waren allerdings zugleich fast 1,7 Millionen weniger als im Vorjahreszeitraum.

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