Bombardier-Austria-Chef: Finanzlage im Gesamtkonzern wieder stabil

Wien/Montreal (APA) - Während in Deutschland, wo es acht Bombardier-Werke gibt, viele Mitarbeiter um ihren Job bangen, ist in Wien „ein Gutt...

Wien/Montreal (APA) - Während in Deutschland, wo es acht Bombardier-Werke gibt, viele Mitarbeiter um ihren Job bangen, ist in Wien „ein Gutteil der 550 Jobs abgesichert“. Das sagte Bombardier-Austria-Chef Christian Diewald. Der Standort Wien sei als globaler Bombardier-Standort für Straßen- und Stadtbahnen sehr sicher, betonte er weiters im APA-Gespräch. Die Finanzlage des Konzerns sei insgesamt auch wieder stabil.

Es sei auch Teil der Bombardier-Strategie, dass es Kompetenzzentren für spezielle Produktlinien gibt. Wien ist Engineering und Produktionsstandort mit einem globalen Mandat bei Bombardier.

Die Zugsparte des kanadischen Flugzeug- und Bahntechnikkonzerns hat weltweit knapp 40.000 Beschäftigte. Die Firma aus Montreal ist auf Sparkurs und in einer Umstrukturierung. In der Zugsparte sollen voraussichtlich bis zum Jahresende rund um den Globus 5.000 Jobs wegfallen.

Dass in Deutschland, das bei den Sparplänen eine besonders große Rolle spielt, ein Werk ganz zumacht, schloss Diewald aus derzeitiger Sicht aus. Freilich handle es sich im Nachbarland um ein heikles Thema, das auch die dortige Bundespolitik erfasst hat - man müsse aber der Realität ins Auge blicken und bedenken, dass im Bahnbereich immer mehr Anbieter, also Konkurrenten - etwa aus Osteuropa und China - auftreten. Und da es „in Deutschland seit Jahren massive Verluste gibt, wäre es fatal, nichts zu tun. Im Wettbewerb muss man sich für das Überleben in der Zukunft aufstellen, etwas anderes wäre unverantwortlich“, sagte Diewald.

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Im Nachbarland wurden im Vorjahr schon 1.400 Jobs abgebaut. Wie viele von den 8.500 dort verbliebenen Arbeitsstellen an mehreren Transportation-Standorten nun gefährdet sind, wollte Deutschland-Chef Michael Fohrer zuletzt nicht sagen.

Bombardier ist auch der einzige Konzern weltweit, der Flugzeuge und Eisenbahnen baut. Die Flugzeugsparte sorgte zuletzt für einige Schwierigkeiten im Konzern. Auch deshalb wurde ein „Turnaround“-Programm gestartet, das noch läuft.

Mit einem komplett neu entwickelten Flugzeug mit 100 bis 150 Sitzplätzen greift Bombardier laut Diewald zwar Airbus und Boeing im Kerngeschäft an. Hier kam es aber zu massiven Mehrkosten und Verzögerungen in der Entwicklung. Daher ergab sich ein sehr großer Kapitalbedarf von mehreren Milliarden Dollar.

Aber Diewald beruhigt zur Gesamtkonzern-Situation: „Jetzt ist die finanzielle Lage wieder stabil. Investoren und Analysten beginnen wieder an uns zu glauben.“ Die ersten sieben zur Gänze neu-entwickelten „C-Series“-Flugzeuge wurden geliefert. Bis 2020 sollen 160 Jets verkauft werden. Punkten will man unter anderem mit einem im Vergleich geringeren Treibstoffverbrauch. Zudem steht auch ein neuer Businessjet mit Langstreckenreichweite ab 2018 bereit.

Nun können nach den Verzögerungen also die Projekte abgewickelt werden. „Das wird uns helfen, dass wir den gesamten Bombardier-Umsatz von derzeit 17 Mrd. US-Dollar auf 20 Mrd. US-Dollar 2020 steigern werden“, sagte Diewald.

Im Transportation-Segment liegt das EBIT seit Jahren über 5 Prozent und es gebe keine Schulden, betonte Diewald. In der gesamten Transportation-Sparte des Konzerns waren es im Vorjahr 7,5 Mrd. Euro Umsatz. Bis 2020 sollen es 10 Mrd. Euro werden. Der Bombardier-Umsatz in Wien belief sich im Vorjahr auf 90 Mio. Euro. Je nach Auftragslage erreicht er in Wien bis zu 200 Mio. Euro pro Jahr. Die Exportquote liegt bei rund 75 Prozent.

~ ISIN CA0977512007 WEB http://www.bombardier.com/ ~ APA022 2017-03-03/05:00


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