10 Jahre Krise - Noch immer zu hohe Schulden und schlechte Kredite

Wien (APA) - „Wir haben immer noch zu viel Verschuldung und zu viele schlechte Kredite aus dieser Zeit“, sagte der Chefvolkswirt der deutsch...

Wien (APA) - „Wir haben immer noch zu viel Verschuldung und zu viele schlechte Kredite aus dieser Zeit“, sagte der Chefvolkswirt der deutschen Dekabank, Ulrich Kater, im APA-Gespräch auf die Frage, was nach zehn Jahren Krise noch an Risiken übrig geblieben ist. „Aber zum ersten Mal kommen wir in Europa wieder zu einer normalen Auslastung der Wirtschaft“, betonte Kater. Diese sollte 2018 erreicht werden.

Anders als in den 1930er-Jahren hätten die Politik und die Notenbanken auf die Krise reagiert und gegengesteuert, um die Konjunktur und die Finanzmärkte zu stabilisieren. Sie hätten aus den Erfahrungen der Weltwirtschaftskrise gelernt.

Besonders gut funktioniert hätten dabei die Konjunkturprogramme. „Das waren die größten Konjunkturprogramme, die es je gegeben hat und das hat geholfen“, so Kater. Beispielsweise habe die Abwrackprämie in Deutschland - in Österreich wurde sie Verschrottungsprämie genannt - eine wichtige Signalwirkung gehabt. In den Zeitungen sei dann gestanden, dass die Unternehmen wieder produzieren. Auch die Geldpolitik der Notenbanken habe gut funktioniert. „Die Erfolge waren sehr überzeugend“, so der Chefvolkswirt.

Es gebe jedoch zwei Seiten der Medaille. Durch das Ankurbeln der Konjunktur und Reparieren des Konjunktureinbruchs sei das Reparieren der Strukturen auf der Strecke geblieben. „Die Politik hat es nicht geschafft, die Wirtschaften flexibler zu machen, die Strukturen sind stehen geblieben“, so der Chefvolkswirt. Auch das Bankensystem müsste noch auf stabilere Beine gestellt werden.


Kommentieren