BBC-Fernsehteam in China attackiert

Peking (APA/dpa) - Ein Kamerateam des britischen Senders BBC ist in China angegriffen und festgehalten worden. Auch wurde die Ausrüstung bes...

Peking (APA/dpa) - Ein Kamerateam des britischen Senders BBC ist in China angegriffen und festgehalten worden. Auch wurde die Ausrüstung beschädigt, wie der Korrespondent John Sudworth nach der Rückkehr am Freitag in Peking berichtete.

Der Zwischenfall passierte am Sonntag im Dorf Xindu in der Provinz Hunan. Das Team wollte Petitionäre interviewen, die zur am Sonntag beginnenden Jahrestagung des Volkskongresses nach Peking reisen wollten, um zu protestieren.

„Unter Androhung weiterer Gewalt“ sei das BBC-Team gezwungen worden, Filmmaterial zu löschen und ein Geständnis zu unterzeichnen, „illegale Interviews“ machen zu wollen, berichtete Sudworth. In den Zwischenfall seien rund 20 Schläger, uniformierte Polizisten und zwei Beamte des örtlichen Außenamtes verwickelt gewesen.

Der BBC-Korrespondent hatte die Dorfbewohnerin Yang Linghua treffen wollen. Die Familie beklagt, dass ihr Land weggenommen worden sei. Zudem sei der Vater in dem Streit so schwer geschlagen worden, dass er an den Folgen gestorben sei. Traditionell reisen Bittsteller wie Yang Linghua zu Tausenden nach Peking, um bei der Zentralregierung gegen Willkür lokaler Behörden zu klagen und Gerechtigkeit einzufordern.

Der Vorfall wirft auch ein Schlaglicht auf die Arbeitsbedingungen von Auslandskorrespondenten in China. 57 Prozent beklagten in einer Umfrage des Auslandskorrespondentenclubs FCCC, im vergangenen Jahr bei der Arbeit behindert worden zu sein. Acht Prozent berichteten von Gewalt und anderen Handgreiflichkeiten. 26 Prozent gaben an, dass ihre Informanten festgenommen, verhört oder belästigt worden seien.


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