Gut für Umwelt und Geldbeutel: Tiroler E-Auto-Besitzer berichten

Mit 4000 Euro wird der Kauf von E-Autos gefördert. Drei Tiroler erzählen von ihren Erfahrungen mit nachhaltiger Mobilität.

© Privat/Thaler

Von Benedikt Mair

Innsbruck –Vor mittlerweile sieben Jahren hat Klaus Reinstadler eine Photovoltaikanlage an seinem Einfamilienhaus in Roppen installiert. Er habe schon immer sehr nachhaltig gelebt, erzählt er. „Die Anlage hat irgendwann so viel Strom produziert, dass ich nicht mehr wusste, wohin damit. Verschwenden oder verschenken wollte ich ihn nicht – und ihn zu verkaufen hat, sich für mich nicht rentiert. Also habe ich mich nach anderen Alternativen umgesehen.“ Ein Elektroauto, sagt er, sei die logische Konsequenz gewesen. – 2012 hat er das erste gekauft, im Internet recherchiert und dann aus Deutschland importiert. „Weil es damals einfach billiger war. Meine Familie war sofort Feuer und Flamme für das neue Familienfahrzeug.“ Probleme habe es mit dem alternativen Antrieb nie gegeben.

Einzig durch die Reichweite des Autos habe sich die Planung von Ausflügen und Fahrten anfangs schwierig gestaltet. „Das lag aber vor allem an der mangelnden Infrastruktur. Wenn ich mein Auto nirgends aufladen kann, dann kann ich weitere Strecken vergessen“, berichtet Reinstadler. Deshalb habe er auch noch einen Wagen zu Hause, der mit gewöhnlichem Kraftstoff betrieben wird. „Für den Fall, dass wir einen längeren Ausflug machen oder in den Urlaub fahren wollten. Der Wagen wird jetzt aber verkauft und durch ein neues, leistungsstärkeres Elektroauto ersetzt“, sagt er. Und wenn er und seine Familie wieder in den Urlaub fahren? „Dann gibt es die Möglichkeit, ein Benzinauto für drei Wochen zu leihen, mit dem Zug zu fahren oder direkt ab Innsbruck zu fliegen.“

Seit knapp fünf Jahren setzt auch Gerhard Thaler in seiner Metallverarbeitungsfirma auf nachhaltige Mobilität. „Weil mir der Umweltschutz am Herzen lag und die – mit 120 Kilometern zugegeben etwas geringe – Reichweite der Elektroautos für die Strecken, die wir im Betrieb fahren müssen, absolut reicht“, sagt der Chef des Kleinunternehmens. Aber nicht nur die Nachhaltigkeit spreche für einen elektrischen Wagen: „In all den Jahren habe ich nur 480 Euro an Servicekosten bezahlt – das Wechseln des Bremsbelages inklusive“, rechnet Thaler vor.

Auf Anraten des Sohnes hat das Ehepaar Moser aus Lienz vor einem Jahr seinen Benziner verkauft und setzt jetzt auf Elektromobilität – auch wenn es keinen eigenen Wagen mehr besitzt. „Wir leben in der Stadt und brauchen keinen eigenes Auto. Deshalb haben wir uns entschieden, beim E-Carsharing FLUX in Lienz mitzumachen“, erzählt Erna Moser. Mit dem Handy – über eine App – reserviert sie sich das Auto, wenn sie es braucht. „Für Fahrten zum Einkaufen oder wenn wir Bekannte besuchen.“ Über E-Autos weiß sie nur Gutes zu berichten. „Der Wagen lässt sich gut steuern, ist leise und das Beste: Es ist sehr, sehr billig.“

734 rein elektrisch betriebene Autos gab es im Jahr 2016 in Tirol. Mit dem neuen Förderprogramm, das seit vergangenem Mittwoch gilt und 4000 Euro verspricht, soll der Anteil von E-Autos von derzeit 0,2 Prozent auf fünf Prozent im Jahr 2021 gesteigert werden. Weitere Informationen erhalten Sie bei René Schader, Mobilitätsexperte der Energie Tirol, unter der Nummer 0512/589913 oder im Internet unter umweltfoerderung.at.

© Reinstadler

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