Durchblick in der Nacht

Auch der Christophorus 4 in Reith wird nun mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Ab dem 13. März erfolgen die Trainingsflüge von Piloten und Flugrettern im ganzen Bezirk.

© Angerer Harald

Von Harald Angerer

Reith b. K. –Es ist finstere Nacht: Am Boden sind noch die Lichter der letzten Häuser in der Aschau zu erkennen, nach vorne herrscht nur noch schwarze Nacht. Doch nur ein Klick, und schon sind der Große Rettenstein zu sehen, die Wolkengebilde und auch der Obere und der Untere Grund. Die Piloten des ÖAMTC-Rettungshubschraubers Christophorus 4 haben schon bald auch in der Nacht den Durchblick. Sie werden mit Nachtsichtgeräten ausgestattet.

„Es ist aber kein 24-Stunden-Dienst geplant“, wiegelt Johannes Rathgeb, Stützpunktleiter des C4-Hangars in Reith, ab. „Es geht lediglich darum, die Sicherheit zu erhöhen.“ Es gibt immer wieder Einsätze, die etwas länger dauern, und dank der Restlichtverstärker, also der Nachtsichtgeräte, soll ein sicherer Rückflug garantiert werden.

„Erst vor Kurzem mussten wir zu einem Spaltensturz am Großvenediger und da wurde es dunkel. Wenn du da über die Tauern fliegst, ist es schon richtig dunkel, da gibt es nicht ein einziges Licht als Anhaltspunkt“, schildert Rathgeb. Diese Herausforderungen sollen der C4-Crew in Zukunft erspart bleiben.

Der Stützpunkt wurde nun mit zwei Nachtsichtgeräten ausgestattet, dazu noch mit einem Handgerät. Die Geräte kosten 10.000 Euro je Stück, der Umbau des Helis noch einmal 70.000 Euro. Doch der Umgang mit den Geräten muss geübt sein. Denn die Technik hat ihre Tücken. Durch die Geräte schränkt sich das Sichtfeld auf 40 Grad ein. „Das heißt, dass bei einem Nachtflug der Pilot und der Flugretter neben ihm deutlich mehr miteinander reden müssen als untertags“, schildert der Stützpunktleiter, der selbst Pilot ist und sogar einer der drei Lehrer, welche die Ausbildung betreuen.

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Eine weitere Herausforderung ist, dass durch die Geräte die Einschätzung der Geschwindigkeit und der Distanz sehr schwierig ist. Deshalb werden neben den drei C4-Piloten auch elf Flugretter eingeschult. In der Woche vom 13. bis 19. März werden die Übungsflüge stattfinden. Dazu wurden im gesamten Bezirk Landeplätze ausgesucht, meist Fußballplätze, Skipisten und Felder, auf denen Landungen geprobt werden, dies immer von 19 bis 24 Uhr.


Kommentieren


Schlagworte