Peugeots späte Hochbauliebe

Vor den SUVs haben sich die Franzosen lange geziert, umso stürmischer ist die neue Liaison mit der immer beliebter werdenden Karosserievariante. Der erste Abkömmling der frischen Beziehung ist der gelungene 3008.

Attraktive Form, technische Spielereien: Der 3008 bietet den Insassen reichlich Unterhaltungsmöglichkeiten.Fotos: Höscheler

Von Markus Höscheler

Itter – Ein Blick auf die Auslieferungstabelle 2016 von Peugeot zeigt: Besonders begehrt waren der 208 (335.860 verkaufte Einheiten), der 308 (308.432 Stück) und der 2008 (251.491). Erst an sechster Stelle befindet sich der 3008 (134.767 Exemplare). Das könnte sich mit dem eben erst erfolgten Modellwechsel aber ändern. Denn vom Vorgänger hebt sich der Nachfolger deutlich ab, anstelle von Crossover-Look und Haifischmaul-Kühlergrill glänzt der Neue mit geschliffenem Coupé-Design, modisch ansprechenden Lufteinlässen und markanter Seitenansicht. Der neue 3008 ist ein klares, lange vermisstes Bekenntnis der Löwenmarke zur SUV-Gattung, denn zuvor etikettierte sie bestehend­e Mitsubishi-Angebote um (4007, 4008) oder hob im Kleinwagenbereich den 2008 aus der Taufe. Der 3008 wirkt dagegen nun völlig eigenständig – wobei auch er wie der kleinere Bruder auf die Allradoption verzichtet. Jenen Kunden, die genau so etwas haben möchten, offeriert Peugeot aber das mehrstufige Fahrprogramm Grip Control, das sich in Verbindung mit dem Vorderradantrieb auf Schneefahrbahnen bereits mehrfach bewährt hat. Dummerweise funktionierte das Modul in unserem Testwagen 3008 nicht – gleichwohl ließ sich das Modell auf winterlichen Straßen ziel­sicher manövrieren. Dies und gelegentliche Unstimmigkeiten bei der Abstimmung zwischen Infotainmentsystem und Smartphone störten mitunter, ansonsten konnten wir dem 4,45 Meter langen Fahrzeug nur Positives abgewinnen. Die Optik ist blendend, ja bestechend – als Beweis dafür dienen auch die Reaktionen zahlreicher Passanten, die dem Modell immer wieder aufmerksam nachschauten. Sie würden es wohl zu schätzen gewusst haben, hätten sie den Innenraum mustern können. Wertige Materialien rundum, mustergültige Zusammenfügung, interessante Lösungen beherrschen das Interieur. Die Kippschalter auf der Mittelkonsole, das Head-up-Instrumentarium über dem kleinen Lenkrad und das eingebaute Panorama­glasdach geben Zeugnis davon ab, dass Peugeot sich mit viel Liebe an die Gestaltung der zweiten Generation gemacht hat.

Einen weiteren Pluspunkt heimste der Testwagen mit der Motor-Getriebe-Abstimmung ein: Der bewährte 1,6-Liter-Turbobenziner konnte mit 165 PS zeigen, dass er einen 1,4-Tonner recht dynamisch bewegt; die Sechsstufen­automatik hielt mit der Kraftentfaltung stimmigerweise mit, die Lenkung ebenso, das Fahrwerk vermittelte einen nahezu perfekten Kompromiss zwischen Komfort und Sport. Den Preis für die GT-Line-Ausstattung – ab 36.750 Euro – bezeichnen wir als fair, der 130-PS-Basisbenziner beginnt ab 25.450 Euro.

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