In Tunis eröffnet Beratungszentrum für Rückkehrer aus Deutschland

Tunis (APA/Reuters/AFP) - Am Freitag wird in Tunesien ein von Deutschland mitfinanziertes Migrations-Beratungszentrum eröffnet. „Menschen oh...

Tunis (APA/Reuters/AFP) - Am Freitag wird in Tunesien ein von Deutschland mitfinanziertes Migrations-Beratungszentrum eröffnet. „Menschen ohne Bleibeperspektive in Deutschland bekommen eine Chance in ihrer Heimat. Mit beruflicher und sozialer Reintegration muss keiner als Verlierer zurückkehren“, teilte Entwicklungsminister Gerd Müller am Freitag mit.

In dem „Zentrum für Jobs, Migration und Reintegration“ in Tunis würden Ausbildungsplätze und Jobs vermittelt und Unternehmensgründungen gefördert. Noch in diesem Jahr solle das Zentrum 2000 Tunesier beraten. Das gemeinsam von der deutschen Entwicklungspolitik und der tunesischen Arbeitsagentur betriebene Zentrum stelle sicher, dass tunesische Rückkehrer aus Deutschland zielgerichtet betreut würden.

In Deutschland leben nach Angaben der Regierung mehr als 30.000 Tunesier, von denen 1.500 kein Aufenthaltsrecht haben. Im vergangenen Jahr seien von diesen aber nur 116 in ihre Heimat zurückgekehrt, hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel vor zwei Wochen nach einem Treffen mit dem tunesischen Ministerpräsidenten Youssef Chahed gesagt. Aus Tunesien kam auch Anis Amri, der im Dezember einen Anschlag in Berlin verübt hatte.

Neben Müller wird am Freitag auch Merkel in Tunesien erwartet. Auf der zweiten Station ihrer Nordafrika-Reise, die sie am Donnerstag bereits nach Ägypten führte, will Merkel in Tunis mit Regierungschef Chahed und Staatspräsident Beji Caid Essebsi über Migrations- und Sicherheitsfragen sprechen.

Merkel will die nordafrikanischen Staaten als Partner in der Migrationspolitik gewinnen, um die Zahl der in Europa ankommenden Flüchtlinge zu verringern. Die deutsche Regierung will zudem die Rückführung abgelehnter tunesischer Asylbewerber beschleunigen. Dies könne freiwillig durch finanzielle Anreize oder aber durch Abschiebungen geschehen, hatte Merkel bei einem Treffen mit Chahed in Berlin vor zweieinhalb Wochen gesagt.

In der Vergangenheit waren Abschiebungen von Tunesiern aus Deutschland teilweise daran gescheitert, dass für sie keine Papiere aus dem Heimatland vorlagen. Auch die geplante Abschiebung des Berliner Weihnachtsmarkt-Attentäters Amri scheiterte an fehlenden Papieren.


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