Hollywood-Legende Jane Fonda: „Ich wurde vergewaltigt“

An diesem Samstag bekommt Jane Fonda die Goldene Kamera für ihr Lebenswerk. In einem Interview erhebt sie jetzt schwere Vorwürfe gegen Männer in ihrem Leben.

Die zweifache Oscar-Preisträgerin Jane Fonda hat über sexuellen Missbrauch und Vergewaltigung in ihrem eigenen Leben gesprochen.
© AFP/Chris Delmas

New York – Jane Fonda ist eine von Hollywoods Schauspiellegenden.Auch mit ihrenFitness-Videos wurde sie weltberühmt. Nun, mit 79 Jahren, spricht sie über traumatische Erlebnisse ihrer Vergangenheit: „Ich wurde vergewaltigt, als Kind sexuell missbraucht, gefeuert, weil ich nicht mit meinem Chef schlafen wollte und dachte immer, dass es meine Schuld sei, ich nicht das Richtige gesagt oder getan habe“, sagte Fonda in einem Interview, das Oscar-Gewinnerin Brie Larson (27,„Room“, „Kong: Skull Island“) mit ihr für das Magazin„The Edit“ führte.

Konkreter wurde Fonda nicht, erzählte aber, dass sie in ihrem Leben einige Männer mit patriarchalischerDenkweise kennengelernt habe.„Ich fühlte mich bedeutungslos. Irgendwann habe ich beschlossen,mich nicht aufzugeben, um einem Mann zu gefallen“. Sie sei mit der Krankheit aufgewachsen, es allen recht machen zu wollen, habe sich dann aber einer Frauenrechts-Bewegung angeschlossen.

„Ich kenne junge Mädchen, die vergewaltigt wurden und sich dessen nicht einmal bewusst waren. Sie dachten, sie hätten nicht klar genug ‚Nein‘gesagt.“Eine der Errungenschaften der Frauenbewegung seies, zu erkennen, dass Vergewaltigung und Missbrauchnicht dieSchuld der Frauen sei.

Prominente Aktivistin

Fonda, die in den 1970er Jahren zweimal mit demOscar ausgezeichnet wurde („Klute“,„Coming Home -Sie kehren heim“), ist die Tochter des1982 gestorbenen SchauspielersHenry Fonda. Sie war dreimal verheiratet, die letzte Ehe mit CNN-GründerTed Turner ging 2001 in die Brüche.In ihrenMemoiren schrieb die Schauspielerin 2005 bereits von ihrertraumatischen Kindheit - ihre Mutter brachte sich um, als Fonda noch jung war - und dass sie 30 Jahre lang unter Bulimie gelitten habe.

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Die 79-Jährige äußertsichauch immer wieder zu politischen und gesellschaftlichen Themen und galt in den 1970er Jahren alseine derprominentesten Aktivistinnen der Anti-Kriegsbewegung in den USA. Auch deshalb wird Fonda an diesem Samstag in Hamburg bei der Goldenen Kamera für ihr Lebenswerk geehrt. Sie sei für Generationen von Menschen eine Ikone, auch weil sie sichunermüdlich politisch engagiere, hieß es zur Begründung. Fonda wird den Preis auf der Gala, die live im ZDF übertragen wird, persönlichentgegennehmen.

Sie sei erst mit 31 und wegen des Vietnamkrieges Aktivistin geworden, erinnerte sich Fonda im Interview. „Es wäre mir egal gewesen, wenn ich nie wieder hätte arbeiten können. Ich spielte sogar mit dem Gedanken, Vollzeit-Aktivistin zu werden. Meinen Vater hatte ich in Schrecken versetzt, denn in den 50er-Jahren wurden so noch Karrieren beendet.“ Und was sie heute der neuen Generation von Feministinnen raten könne? „Sich bewusst zu machen, dass jegliche Form von Aktivismus Politik verändern kann. Das war in der Vergangenheit so und wird auch zukünftig so sein.“ (dpa)


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