„Auftritt wie von anderem Stern“

Schwarz-grüner Hickhack nach Mariahilf-Präsentation. LR Zoller-Frischauf: „naiv“.

© Thomas Boehm / TT

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Der Straßenraum vor der Mariahilfkirche soll zu einem verkehrsberuhigten Stadtteilplatzl samt 20- bis 30-km/h-Begegnungszone werden. Auf der restlichen Strecke der Mariahilfstraße bis zur Innbrücke könnten Kurzparkzonenparkplätze entfallen, Ladezonen sollen weiter erhalten bleiben. So sieht es zumindest das Ergebnis eines Realisierungswettbewerbes vor in Kombination mit den Ergebnissen aus dem Bürgerbeteiligungsprozess Anbruggen, die TT berichtete.

Das Projekt selbst wurde am Montag durch Innsbrucks Vize-BM Sonja Pitscheider und StR Gerhard Fritz (beide Grüne) vorgestellt. Mit dabei rund 40 Personen, darunter auch lokale Wirtschaftsvertreter und LR Patrizia Zoller-Frischauf (VP). Und deren Auftritt bei dieser Veranstaltung hat zu heftigen Irritationen auf Stadtebene geführt.

Auf Anfrage der TT bestätigt Zoller-Frischauf, dass sie sich dort kritisch zu Wort gemeldet habe. Und auch wenn es eine Veranstaltung der Stadt gewesen sei – „in einer Demokratie muss das möglich sein“: „Schöne Bilder sind das eine, Wunschvorstellungen das andere.“ Inhaltlich kritisiert die Landesrätin speziell die geplante Fahrbahnverengung dieser Durchzugsstraße, die Tempobremse sowie den Wegfall einiger Pkw-Stellflächen. Wenn die Stadt meine, damit das Verkehrsproblem zu lösen, so Zoller-Frischauf, dann sei das „naiv“. Vielmehr sei eine Verlagerung in andere Stadtteile zu befürchten.

Pitscheider selbst nennt die Positionierung der Landesrätin schlicht „peinlich“. Zumal Zoller-Frischauf noch dazu „uninformiert“ gewesen sei: „Das war ein Auftritt wie von einem anderen Stern.“ Die Vizebürgermeisterin verweist darauf, dass die Ergebnisse erstens noch nicht fix beschlossen und zweitens unter Mitwirkung der Bevölkerung entstanden seien. So mancher Wunsch sei auch von Seiten der Wirtschaftstreibenden vor Ort gekommen. Dass noch nicht alle Fragen in Zusammenhang mit der Neugestaltung gelöst seien, habe man bei der Präsentation nicht verhehlt, sagt Pitscheider. Die Kritik Zoller-Frischaufs sei aber von einigen Anwesenden als „Einmischung von außen wahrgenommen worden“.

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Die Umsetzung dieses Projektes wird nicht vor 2019 im Bauprogramm der Stadt aufscheinen. (mami)


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