Ski alpin: Kranjska-Gora-Rennen könnten Hirscher drei Kugeln bringen

Kranjska Gora (APA) - Die vorletzte Weltcupstation der alpinen Ski-Herren steht ganz im Zeichen der möglichen vorzeitigen Kugel-Entscheidung...

Kranjska Gora (APA) - Die vorletzte Weltcupstation der alpinen Ski-Herren steht ganz im Zeichen der möglichen vorzeitigen Kugel-Entscheidungen im Riesentorlauf, Slalom und Gesamtweltcup. Marcel Hirscher könnte sich in Kranjska Gora mit dem Gewinn des sechsten großen Kristalls zum Größten aller Zeiten machen. Der Salzburger weiß, dass „die Chancen nicht schlecht stehen“, bleibt aber wie üblich zurückhaltend.

Sechs Rennen vor Schluss hat Hirscher 404 Punkte Vorsprung auf den Norweger Kjetil Jansrud sowie je 432 auf den Franzosen Alexis Pinturault und den Norweger Henrik Kristoffersen. Im Riesentorlauf liegt er zwei Rennen vor Schluss 94 Zähler vor Pinturault, im Slalom 60 vor Kristoffersen. Auch wenn ihm die Konkurrenz zumindest zum Gesamtweltcup längst gratuliert hat, hält es Hirscher wie in den vergangenen Jahren: gejubelt wird erst, wenn es auch rechnerisch fix ist.

Am Donnerstag wurde Hirscher 28 Jahre, Freitagnachmittag reiste er nach Slowenien an. Das morgendliche Hangfahren am Podkoren ließ er aus. „Bisher bin ich dort immer ganz gut gefahren. Hoffen wir, dass es auch diesmal so sein wird“, sagte Hirscher, der in Kranjska Gora in seiner Weltcup-Karriere bereits 17 Mal am Start war und 11 Mal davon auf das Podest kam. 2016 gewann er Riesentorlauf und Slalom und wurde im zweiten Riesentorlauf Dritter.

Die Grundpräparierung am Podkoren ist gut, aufgrund der warmen Temperaturen und des zu erwartenden Regens am Samstag wird aber eine Salzbehandlung notwendig werden. „Das wird eine Salzpartie werden. Aber sie kennen hier diese Bedingungen inzwischen schon, es ist jedes Jahr das Gleiche. Aber der Stock ist gut und sie werden eine gute Piste hinbringen. Ich glaube, es werden gute Rennen werden“, sagte ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher nach dem Hangfahren Freitagfrüh zur APA - Austria Presse Agentur.

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Österreichs Techniker haben wie viele Athleten aus anderen Nationen auch zwei Tage in Kranjska Gora trainiert, die finale Vorbereitung erfolgte auf der Reiteralm. „Ich hoffe, dass wir den Schwung von der WM hierher mitnehmen konnten“, sagte Puelacher. Bekanntlich gab es hinter Doppelweltmeister Hirscher hervorragende weitere Ergebnisse. Im Riesentorlauf gewann Roland Leitinger Silber und Philipp Schörghofer landete auf Rang fünf. Im Slalom holte Manuel Feller Silber, Marco Schwarz wurde Siebenter und Michael Matt Achter.

Leitinger verbesserte sich dank dem WM-Coup im WCSL-Ranking auf Platz 14, der Salzburger darf deshalb mit einer guten Startnummer für das Rennen am Samstag (9.30/12.30 Uhr/live ORF eins) spekulieren. In der aktuellen Riesentorlaufwertung fehlen ihm als 28. derzeit aber 18 Punkte, um unter die Top 25 und damit zum Finale nach Aspen zu kommen.

„Ich werde nicht mit megamäßigen Erwartungen reingehen, sondern einfach wissen, was ich kann und probieren, das dann umzusetzen. Dann kommt sicher auch wieder ein gutes Rennen raus, weil es zur Zeit einfach vom Skifahren her gut funktioniert“, sagte Leitinger, der sich auf dem steilen Podkoren wohlfühlt.

Schörghofer darf indes bereits auch für Aspen planen (9. der Riesentorlaufwertung), auch für Manuel Feller (19.) sieht es gut aus. Schörghofer haderte nach der verpassten Medaille in St. Moritz, nahm aber das Positive mit. „Nach der Vorgeschichte mit dem Knie war es ein Superergebnis, für mich zählt der fünfte Platz mittlerweile schon auch.“ Wie vor den Welttitelkämpfen musste er auch danach wegen des zwickenden Knies eine Skipause einlegen, „einen gescheiten Tag“ hat er auf der Reiteralm trainiert.

„Ich habe es ganz gut in Griff. Ich muss mit wenig Skifahren auskommen und dann parat sein, wenn es drauf ankommt“, meinte der 34-Jährige, der 2016 in Kranjska Gora Zweiter und Sechster gewesen war. „Das ist beim Rennen und nicht schon vorher, deshalb übertreibe ich im Training nicht. Aber wenn die Form passt, der Speed da ist und du das Gefühl hast, wie es zum Fahren geht, dann brauchst nicht allzu viel Training. Bei der WM ist es auch gegangen, ich habe keine Bedenken, dass es nicht funktioniert. Ich muss entschlossen sein, das ist das Wichtigste.“

Im Slalom ist laut aktuellem Stand neben den vier WM-Teilnehmern auch Marc Digruber (21.) für Aspen qualifiziert, Christian Hirschbühl (27.) fehlen derzeit sechs Zähler. Entscheidend ist freilich auch immer das Abschneiden der Konkurrenten. Für das Weltcupfinale sind in allen vier Disziplinen die Top 25 des jeweiligen aktuellen Weltcupstandes sowie die 500-Punkte-Fahrer, jeweiligen Weltmeister und Junioren-Weltmeister qualifiziert.

Einziger 500-Punkte-Läufer aus Österreich ist derzeit Hirscher. Hannes Reichelt und Matthias Mayer haben gute Chancen, die 500 Punkte während der Finalwoche bei ihren Rennen in Abfahrt und Super-G noch zu erreichen. Speziell für Mayer und seine Riesentorlauf-Ambitionen ist das interessant. Der Kärntner wird am Samstag auch in Kranjska Gora starten.


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