Kolumbien: Bischofskonferenz startet Friedens-App zur Fastenzeit

Bogota (APA) - Die kolumbianische Kirche überrascht ihre Gläubigen mit einer neuen App für den Frieden: Am Donnerstag (Ortszeit) stellte die...

Bogota (APA) - Die kolumbianische Kirche überrascht ihre Gläubigen mit einer neuen App für den Frieden: Am Donnerstag (Ortszeit) stellte die Bischofskonferenz laut Kathpress die für Smartphones und Computer konzipierte App vor, die den Gläubigen in der Fastenzeit die Möglichkeit geben soll, sich mit Gebeten und Aktionen für den Friedensprozess in dem südamerikanischen Land zu engagieren.

Die kolumbianische Regierung hatte Ende vergangenen Jahres einen Friedensvertrag mit der Guerilla-Organisation FARC abgeschlossen und befindet sich in direkten Gesprächen mit der zweitgrößten Rebellengruppe, der marxistischen ELN, zur Beendigung des rund 50 Jahre andauernden bewaffneten Konfliktes. Dabei wird sie sowohl von der Kolumbianischen Bischofskonferenz als auch von der Ecuadorianischen Bischofskonferenz unterstützt.

In Ecuador kommen am Freitag die Verhandlungsdelegationen der kolumbianischen Regierung und der ELN zu einem Treffen mit der Ecuadorianischen Bischofskonferenz zusammen. Verhandlungsführer der Regierung ist Juan Camilo Restrepo. Wie der Radiosender Caracol berichtete, will Quitos Erzbischof Fausto Gabriel Travez Travez, zugleich Vorsitzender der Ecuadorianischen Bischofskonferenz, bei dem Treffen am Freitag eine Botschaft der Kirche überbringen. „Die Stimme der Kirche hat eine Schlüsselbedeutung“, sagte Restrepo.

Die ELN wurde 1964 von Studenten, radikalen Befreiungstheologen und linken Intellektuellen aus Protest gegen die Armut der kolumbianischen Kleinbauern gegründet. Nach Schätzungen der kolumbianischen Behörden verfügt die ELN über eine Truppenstärke von 2.500 Männern und Frauen und ist überwiegend im Osten des Landes aktiv. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft gehen fast 7.000 Morde, ebenso viele Entführungen, 3.000 Fälle von Landvertreibung und etwa 1.000 Zwangsrekrutierungen auf das Konto der marxistischen Gruppe. Sie wird zugleich für schwere Umweltzerstörungen durch mehr als 1.300 Anschläge auf Öl-Pipelines verantwortlich gemacht.


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