Baustart der neuen Spieljochbahn verzögert

Mehrere Einsprüche überschatten die Bauverhandlung für die 10er-Einseilumlaufbahn in Fügen. Es gibt Zweifel, ob die Bahn heuer fertig wird.

Der Baubescheid für die neue Spieljochbahn in Fügen ist ergangen. Rechtskräftig wird er allerdings erst in etwa vier Wochen, wenn in der Auflagefrist keine weiteren Einwände eingebracht werden.
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Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen, Fügenberg –Die Stimmung in Fügen ist angespannt. Kommt der Neubau der Spieljochbahn heuer noch? Wer hat Einspruch bei der Bauverhandlung erhoben und warum? Verzögert sich der Baustart? Die Gerüchteküche brodelt. Schuldzuweisungen und Vorwürfe einer Verzögerungstakti­k werden laut.

Dass eine Bauverhandlung mit 117 Anrainern kein Zuckerschlecken wird, war klar. Dass es Einsprüche gibt, aber nicht. „Es sind mehrere Einsprüche gekommen“, erklärt Marianne Fritz von der obersten Seilbahnbehörde und sagt weiter: „Zwei davon gelten als richtige Einsprüche. Die sind aber zivilrechtlicher Natur und werden daher zur entsprechenden Abteilung verwiesen.“ Fakt ist: Der Baubescheid ist ergangen. Er ist aber noch nicht rechtskräftig. Es gibt nun eine vierwöchige Frist, wenn in dieser Zeit niemand weitere Einwände erhebt, kann der Bau starten. Wie die beiden Einsprüche zivilrechtlic­h abgehandelt werden, habe keinen Einfluss auf den Bescheid. „Die zivilrechtlichen Angelegenheiten sind da außen vor, sie wären kein Hindernis“, sagt Fritz.

Doch Seilbahnchef Heinz Schultz scheint nervös zu sein: „Wie sich der Einspruch auswirkt und welche Behinderungen und Verschiebungen dadurch eintreten, sind wir beim Abklären. Ob ein Bau für 2017 möglich ist, ist jedenfalls offen.“

„Übt er damit nur Druck aus?“, fragen sich viele Fügener. Laut oberster Seilbahnbehörde ist die Sorge unbegründet. Die vierwöchige Auflagefrist endet Ende März. Somit würde sich der Baustart der neuen Spieljochbahn um ein bis zwei Wochen verzögern. Die Abrissarbeiten könnten rein theoretisch pünktlich starten.

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Die Einwände würden laut Schultz derzeit behandelt. Einer wurde von einem Fügenberger eingebracht. Er war für eine Stellungnahme aber nicht erreichbar. Der zweite Einspruch kam vom Sporthaus Unterlercher. Für Schultz seien beide nicht ganz nachvollziehbar, da „entsprechende Dienstbarkeitsverträge vorhanden sind“. Konkret geht es im Falle von Sport Unterlercher um die Abstandsregelung zur Seilbahntrasse. „Gemäß dem bestehenden Dienstbarkeitsvertrag ist der Um- bzw. Neubau der Seilbahn auf derselben Trasse ausdrücklich gestattet“, betont Schultz gegenüber der TT. Da keine Ausdehnung zum Vertrag erfolge, sei der Einspruch für ihn unverständlich. „Weiters hat Herr Unterlercher die neu zu errichtende Straßenunterführung beeinsprucht, die bei der Talstation beim Auslauf der Talabfahrt errichtet wird“, sagt Schultz. Auch die Vermessungsdaten des Ziviltechnikers seien in Frage gestellt worden.

Laut Seniorchef Josef Unterlercher könnten seine Bedenken allesamt in einem gemeinsamen Gespräch geklärt werden. „Ich muss meine Rechte geltend machen, dafür ist eine Bauverhandlung schließlich da“, sagt Unterlercher. Er wolle eine Einigung erzielen und den Bau der Bahn nicht blockieren. „Das muss man einfach ausverhandeln und das hätte man auch schon im Vorhinein machen können“, stellt er klar. Es gehe um eine faire Behandlung. Dieser Tage setze man sich an einen Tisch und kläre die Angelegenheiten.

Fügens Straßenprobleme werden mehr

Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in Fügen informierte Seilbahnchef Heinz Schultz über den aktuellen Planungsstand der Spieljochbahn. Bei durchwegs positiver Stimmung im Gemeinderat kam auch das Thema des vermehrten Verkehrsaufkommens zur Sprache. Für BM Dominik Mainusch eine „Riesenherausforderung", die rasches Handeln in Zusammenarbeit mit der Landesstraßenverwaltung erfordere. „Wir können es nicht verantworten, wenn da oben ein Verkehrschaos entsteht, es wird da größere Optimierungen brauchen," sagte er. Schultz erinnerte daran, dass er den Standort der Talstation garantieren musste.

„Es wird eine Straßenlösung geben müssen, was nicht einfach ist, wofür ich aber nicht zuständig bin", sagte er. GV Roland Unterlercher betonte als Sportartikelhändler mit Standort nahe der Talstation in eigener Sache, dass er für alle Verkehrslösungen offen und nicht gegen die neue Bahn sei.

„Eine Verlegung der Straße hätte aber unabsehbare Folgen für mich und meine 65 Angestellten und wäre nicht zu verstehen. Noch dazu, wo der Hauptstandort an der Zillertalstraße durch die Umfahrung schon stark betroffen sein könnte ", gab Unterlercher zu bedenken. (jl)


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