Nach 0:3-Rückstand stehen Haie mit dem Rücken zur Wand

Nach dem 0:5 und dem 3:4 n.V. im Marathonmatch in der Nacht auf Mittwoch in Innsbruck verlieren die Haie am Freitagabend auch das dritte Spiel der Viertelfinal-Serie gegen die Vienna Capitals. Und zwar mit 4:7.

Wiens Treffer zur 2:1-Führung durch Raphael Rotter (l.) ging eine Behinderung an Haie-Goalie Andy Chiodo voraus.
© gepa

Von Alex Gruber

Innsbruck – Schon bevor es Freitag in der Albert-Schultz-Halle zum ersten Bully kam, wurde zumindest an gewissen Stellen diskutiert, ob Wiens Wechselfehler im zweiten Viertelfinale und vor dem Siegtreffer in Innsbruck (kurz waren sieben Spieler am Eis) zu ahnden gewesen wäre. Es machte sich ein Ost-West-Gefälle bemerkbar. Fakt ist, dass der Protest des HCI gegen die Tatsachenentscheidung wie erwartet abgewiesen wurde. Fakt ist aber auch, dass die Regel („too many players on ice“) und eine daraus resultierende Folge (Zwei-Minuten-Strafe) besteht. Der Ermessensspielraum lässt sich hoffentlich nicht in jede Richtung ausdehnen.

Es half nichts. Mit einem 0:2-Rückstand in der Best-of-seven-Serie starteten die Haie ohne den verletzten Mario Lamoureux in Spiel Nummer drei. Dass die Hausherren mit der größeren Kadertiefe den Takt vorgaben, lag auf der Hand. Nach einem Stangenschuss von Taylor Vause (5.) traf Jerry Pollastrone nach Rotter-Pass zur Wiener 1:0-Führung (9.). Die Haie ließen im ersten Abschnitt auch zwei Powerplays ungenützt verstreichen.

Das zweite Drittel begann aus Sicht der Innsbrucker perfekt. Kapitän Tyler Spurgeon staubte nach nur 28 Sekunden zum 1:1-Ausgleich ab. Danach krachte es: Zunächst kassierten Austin Smith nach einem Handgemenge mit Patrick Peter je Fünf-Minuten-Strafen, dann gab’s einen HCI-Wechselfehler und eine Strafe gegen Jason DeSantis obendrauf. Und in 3:5-Unterlegenheit traf Wiens großer Provokateur Raphael Rotter zum 2:1 – obwohl Kelsey Tessier Haie-Goalie Andy Chiodo im Torraum klar behindert hat. Darüber wurde auch im Studio von ServusTV kräftig diskutiert, die Unparteiischen gaben aber den Treffer. Die überlegenen Capitals legten wie schon im ersten Heimspiel im Mitteldrittel mit zwei weiteren Treffern zum 4:1 nach, ehe auch ein diskussionswürdiges HCI-Tor (hoher Stock von Mario Huber?) nach 40 Minuten den Anschluss zum 4:2 bedeutete.

Nach Pollastrones zweitem Treffer nur 41 Sekunden nach Wiederanpfiff war die Partie aber endgültig entschieden. Die Haie schienen in einigen Szenen zu passiv. Und nach einem 0:3-Rückstand steht man morgen im zweiten Play-off-Heimspiel mit dem Rücken zur Wand. Wie Wien können Titelverteidiger Salzburg und der KAC im vierten Match alles klar machen.

Detail am Rande: Das Präsidium der Erste Bank Eishockeyliga hat KHL-Klub Zagreb die Spielberechtigung für die kommende Saison erteilt, die die Kroaten bis 15. März 2017 final bestätigen müssen.

Daten zum Spiel

UPC Vienna Capitals - HC TWK Innsbruck 7:4 (1:0,3:2,3:2)

Wien, 5.350 Zuschauer.

Tore: Pollastrone (9., 41.), Rotter (26./PP2), Sharp (27./PP), Holzapfel (39.), Bowman (53./PP), Vause (60./PP) bzw. Spurgeon (21.), Huber (40.), Bishop (53.), Schennach (60./SH).

Strafminuten: 25 plus 10 Disziplinar Rotter bzw. 23.

Stand in der Serie: 3:0


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