Gold für Polen, Kraft rettete den ÖSV-Adlern Bronze

Erstmals in der WM-Geschichte ging Gold im Teamspringen an Polen. Stefan Kraft rettete der ÖSV-Equipe hinter Norwegen die Bronzemedaille.

Das ÖSV-Bronze-Team: Manuel Fettner, Stefan Kraft, Gregor Schlierenzauer und Michael Hayböck.
© gepa

Lahti - Das ÖSV-Aufgebot wird die 51. Nordischen Ski-Weltmeisterschaften mit fünf Medaillen abschließen. Am Samstag eroberte das Skispringer-Team mit Michael Hayböck, Manuel Fettner, Gregor Schlierenzauer und Stefan Kraft Bronze von der Großschanze. Kraft ist mit zweimal Gold sowie je einmal Silber und Bronze das Aushängeschild. Die von Stefan Horngacher trainierten Polen feierte einen überlegenen Sieg.

Schon vor dem abschließenden 50-km-Langlauf-Rennen am Sonntag stand fest, dass Lahti 2017 das viertbeste Großereignis der Geschichte für die ÖSV-Nordischen wird. Mit zwei Goldmedaillen, einer Silbernen und zweimal Bronze wurde das Soll von ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel übertroffen.

Wind führte in der Entscheidung Regie

Im Großschanzen-Bewerb der Springer öffnete im zweiten Durchgang der stark wechselnde Wind zwischendurch dem Zufall Tür und Tor und wirbelte das Klassement der ersten vier durcheinander. Nur die Polen unter ihrem neuen Cheftrainer aus Tirol ließen sich davon nicht beirren und holten mit einem Start-Ziel-Sieg ihren ersten Team-Titel überhaupt.

Norwegens Silbermedaille kam nach den bisherigen Vorstellungen in Lahti etwas überraschend. Doch das Team von Alexander Stöckl agierte zum Abschluss stark, der Titelverteidiger landete 25,7 Punkte hinter den Siegern. Für den Sprung des Tages sorgte Johann Andre Forfang, der den starken Aufwind nützte und mit 138 Metern den elf Jahre alten Schanzenrekord von Andreas Widhölzl (135,5) auslöschte.

Polen jubelte über Gold, Norwegens und Österreichs Skispringer applaudierten auf den Rängen zwei und drei.
© Reuters

Über Bronze entschied das dritte Duell der Schlussspringer zwischen Kraft und Andreas Wellinger. Wie schon in den zwei Einzelbewerben behielt der Salzburger die Oberhand. Kraft musste vom vierten Platz angreifen und legte Wellinger 126 Meter vor. Das reichte, denn der 21-jährige Bayer schaffte nur 119 Meter und Österreich lag 16 Punkte voran. Das Team von Heinz Kuttin hat damit in allen vier Bewerben Edelmetall erobert.

Zwei Stück stachen besonders hervor. Jenes von Gregor Schlierenzauer, der in seiner durch Sturzverletzungen erschwerten Comeback-Saison nach sechsmal Gold und fünfmal Silber als erster Skispringer bei sechs Weltmeisterschaften in Serie jeweils mindestens eine Medaille eroberte. „Das ist sehr schön, wenn man meine Geschichte kennt. Eine Medaille war mein Ziel. Danke an die Jungs und an mein Umfeld zu Hause, denn ohne das wäre ich gar nicht hier gewesen. Der Sport ist wie das Leben - mit Höhen und Tiefen, das habe ich heuer an mir selbst stark gespürt“, sagte der 27-Jährige mit Tränen in den Augen.

Rekord-Medaille für Schlierenzauer

Schlierenzauer avancierte mit seinem zwölften Edelmetall (6-5-1) auch zur alleinigen Nummer eins unter den eifrigsten Medaillensammlern der ÖSV-Nordischen. Er ließ Thomas Morgensern (8-2-1) und Felix Gottwald (3-2-6) hinter sich.

Doppel-Weltmeister Stefan Kraft durfte zum Abschluss nochmals jubeln. Er hatte es auch bei seinem dritten Großereignis auf das Einzel-Podest geschafft und holte am Samstag schon sein sechstes WM-Edelmetall (2-2-2). „Das war ein perfekter Abschluss. Vier Medaillen, das hätte ich mir nicht erträumen können, das ist einfach genial“, erklärte der 23-Jährige. Vier Podestplätze bei einer WM hatten vor ihm nur Martin Schmitt (GER/2001), Morgenstern (2011) und Rune Velta (NOR/2015) geschafft. (APA)

Skispringen - Herren-Teambewerb von der Großschanze

1. Polen 1.104,2 Punkte

Piotr Zyla 130,5 m/123,0 m - Dawid Kubacki 129,0/119,5 - Maciej Kot 130,5/121,5 - Kamil Stoch 130,5/124,5

2. Norwegen 1.078,5

Anders Fannemel 131,0/112,5 - Johann Andre Forfang 126,5/138,0 - Daniel Andre Tande 126,0/126,0 - Andreas Stjernen 127,5/125,5

3. Österreich 1.068,9

(Michael Hayböck 130,0/118,5 - Manuel Fettner 126,5/121,0 - Gregor Schlierenzauer 124,0/113,5 - Stefan Kraft 134,0/126,0

4. Deutschland 1.052,9 (Markus Eisenbichler 130,5/130,5 - Stephan Leyhe 124,5/103,5 - Richard Freitag 128,5/124,0 - Andreas Wellinger 130,5/119,0) - 5. Slowenien 941,6 - 6. Finnland 926,5 - 7. Tschechien und Japan je 922,7 - 9. Russland 473,4 - 10. Schweiz 453,0 - 11. USA 365,1 - 12. Kasachstan 192,3


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