Jagdpacht des Bürgermeisters gerät ins Visier

Die Verlängerung der Jagdpachten für Bürgermeister und

Die Vergabe von zwei Jagdpachten in der Gemeinde Mühlbachl Ende Jänner sorgt für Aufregung und ein politisches Nachspiel.
© Michaela Walch

Mühlbachl –Bürgermeister Alfons Rastner versteht die Aufregung nicht. Bei der Verlängerung der Jagdpachten von zwei Eigenjagden Ende Jänner gebe es keine Unregelmäßigkeiten. „Ich verstehe deshalb nicht, dass ein Antrag auf Aufhebung gestellt wurde. Er ist zwar nicht korrekt, aber ich werde trotzdem in der heutigen Gemeinderatssitzung noch einmal über die Jagdpacht informieren.“ Rastner selbst ist jedoch ins Visier geraten, betrifft es doch seine eigene Jagdpacht und die eines Gemeinderats, die vorzeitig verlängert wurden. Zu billig, argumentiert die Liste „Aktiv für Mühlbachl“. Gemeindevorstand Patrick Geir kritisiert mangelnde Transparenz. Weil die Eigenjagden im Gebiet der Gemeindeguts­agrargemeinschaften Matrei-Mühlbachler Wald sowie Statz-Untersalvaun und Obfeldes liegen, wird durch die vorzeitige Vergabe eine Schmälerung des Gemeindevermögens beanstandet.

Die Jagdpacht sei um rund zehn Euro pro Hektar zu niedrig angesetzt, 23 bis 25 Euro wären erzielbar und angemessen, heißt es in einem der TT vorliegenden Schreiben. Das geschätzte Minus für die Gemeinde Mühlbachl würde demnach 16.630 Euro im Jahr und 166.300 Euro bei der zehnjährigen Laufzeit der Jagdpachtverträge betragen. Außerdem wird von „Aktiv für Mühlbachl“ bemängelt, dass die Gemeinderäte nur unzureichend informiert worden seien. Die Kritik wurde auch Agrarreferent LHStv. Josef Geisler (VP) übermittelt.

„Die Opposition schießt hier über das Ziel hinaus“, weist Bürgermeister Rastner die Vorwürfe zurück. „Es wurde genau informiert, der Beschluss im Gemeinderat gefasst und ordnungsgemäß kundgemacht. Es gab dagegen auch keinen Einspruch.“ Bei der Höhe der Jagdpacht würde die Opposition ohnehin Äpfel mit Birnen vermischen. „In meinem Revier gibt es zwei Rotwildfütterungen, der Aufwand dafür macht rund fünf bis sechs Euro aus.“ Gleichzeitig führt er die Erlöse aus den umliegenden Jagden ins Treffen: In Steinach würden sieben Euro pro Hektar bezahlt, in Vals acht und in Navis zehn Euro.

Er, betont Rastner, habe nichts zu verheimlichen. „Das werde ich heute im Gemeinderat ganz deutlich sagen.“ Seinem Oppositionsführer Patrick Geir richtet er aus, zu jung und zu unerfahren zu sein. (pn)

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