Türkischer Wirtschaftsminister: Absagen nicht akzeptabel

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind wegen der Inhaftierung des Journalisten Deniz Yücel und zahlreicher Veranstaltungsabsagen weiterhin angespannt.

Das "Forum" in Leverkusen.
© dpa

Denizli - Vor seinem Auftritt in Deutschland hat der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci die Absage seiner Wahlkampfauftritte kritisiert. „Es ist nicht möglich, das zu akzeptieren“, sagte er vor seiner Abreise im westtürkischen Denizli. Zeybekci sollte am Sonntagabend in einem Hotel in Köln auftreten. Zuvor waren zwei mit ihm geplante Veranstaltungen in Köln-Porz und Frechen abgesagt worden.

Um den Auftritt von türkischen Regierungspolitikern in Deutschland, die für ein „Ja“ beim Referendum über ein Präsidialsystem in der Türkei werben wollen, gibt es seit Tagen Streit. Schon am vergangenen Donnerstag hatte die Stadt Gaggenau eine mit Justizminister Bekir Bozdag geplante Veranstaltung aus Sicherheitsgründen abgesagt.

„Terroristen“ laut Bozdag für Absagen verantwortlich

Bozdag zweifelte am Sonntag an, dass die betroffenen Gemeinden die Absagen unabhängig getroffen haben. Vielmehr seien diese aufgrund von „Terroristen“ zustande gekommen, sagte er vor Journalisten im zentraltürkischen Yozgat. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel habe die Absagen zudem nicht klar verurteilt, kritisierte Bozdag weiter. Merkel hatte nach der Absage in Gaggenau auf die Unabhängigkeit der Kommunen verwiesen.

Die deutsch-türkischen Beziehungen sind auch wegen des seit fast einer Woche in Untersuchungshaft sitzenden „Welt“-Journalisten Deniz Yücel angespannt. Erdogan hatte Yücel am Freitag als „deutschen Agenten“ bezeichnet. (APA/dpa)

TT-ePaper gratis lesen

Die Zeitung ab sofort bis auf Weiteres kostenlos digital abrufen

TT E-PaperTT E-Paper

Kommentieren


Schlagworte