Wattener Zurückhaltung versus Innsbrucker Hoffnung

Die WSG Wattens ist vorläufig die Nummer eins im Tiroler Fußball-Land. Den Boden unter den Füßen verlieren die Wattener deshalb aber nicht. Schwarzgrüner Sinkflug – vom vermeintlich kleinen Bruder überholt, hofft der FC Wacker, nicht noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten.

Dreimal durfte die WSG Wattens gegen Wiener Neustadt jubeln. Der Lohn ist Platz fünf in der Tabelle.
© gepa

Von Tobias Waidhofer und Wolfgang Müller

Wattens/Innsbruck –Über zehn Jahre hatte Florian Mader in der Sky Go Erste Liga nicht mehr in einem Heimspiel getroffen. Zuletzt war das dem Schmirner am 9. Mai 2006 beim 6:0 des SCR Altach gegen Kapfenberg gelungen. Bis zum Freitagabend.

Es passt ins Stimmungsbild der WSG Wattens, dass der Neuzugang beim 3:0 gegen Wiener Neustadt gleich bei der Heimpremiere jubeln durfte. Es läuft einfach bei den Tirolern. „Aus dem Stand schießen wird hoffentlich noch länger funktionieren“, grinste der 34-Jährige nach Abpfiff in die Sky-Kameras. „Es ist natürlich sehr schön, daheim gleich ein Tor zu erzielen.“ Dass die Wattener nach einer bärenstarken ersten Halbzeit, im zweiten Durchgang nicht mehr wirklich den richtigen Zugriff fanden, ist auch dem Routinier aufgefallen: „Wir haben in der zweiten Hälfte zu wenig zusammengebracht und haben zu viele Fehler gemacht.“

Eine Analyse, die auch Trainer Thomas Silberberger abnicken würde. „Wenn ich mir die Chancen von Wiener Neustadt noch einmal anschaue, zeigt das, dass wir aufpassen müssen.“ Der Leistungsabfall in Durchgang zwei war jedenfalls offensichtlich. Was freilich auch daran lag, dass dem Coach die Alternativen fehlen. Ein Benni Pranter oder ein Lukas Katnik in seiner aktuellen Form sind kaum gleichwertig zu ersetzen. „Das wissen wir. Wir sind auf diesen neuralgischen Positionen (offensive Außenbahnspieler, Sturm, Anm.) dünn besetzt.“

Solche Probleme gibt’s auf anderen Positionen nicht. Dass die Wattener seit vier Spielen ohne Gegentor sind, liegt auch an den starken Leistungen von Michi Steinlechner, Sandro Neurauter oder Neuzugang David Gugganig, die sich auch gegen Wiener Neustadt mit einer „Top-Performance“ auszeichneten. Und auf Flo Buchacher, Drazen Kekez und Routinier Mader ist sowieso Verlass.

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Dass die Wattener jetzt auch tabellarisch die Nummer eins im Land sind und am Freitag mit einem Sieg in Kapfenberg auf Platz vier springen könnten, macht laut Silberberger „keinen Unterschied in der Vorbereitung. Aber natürlich ist es eine tolle Ausgangssituation.“ Zurückhaltung wird großgeschrieben. Denn Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Alarm beim FC Wacker

Zwei Spiele, kein Punkt, Torverhältnis 1:4 – nach dem kapitalen Fehlstart in das Jahr 2017 ist der aktuelle Zustand des FC Wacker kurz und bündig mit einem Wort zuammengefasst: Alarm! Vom proklamierten Titelkandidaten zum biederen Mittelständler mit der beängstigenden Tendenz, in der Zweitklassigkeit des heimischen Fußballs noch weiter abzurutschen. Was bleibt, ist die Hoffnung. Ein verdammt schwacher Trost und eine Zwischenbilanz vor den noch 14 ausständigen Runden, die sportlich das Prädikat desaströs verdient.

Dass der Auftritt beim fast schon Fixaufsteiger LASK keine Reise wert sein würde, war nach der schwachen Derby-Leistung zu befürchten. Brav gekämpft, auch lange geführt, aber letztlich ging es nach Fehlerketten im Bus mit einer 1:3-Packung zurück nach Tirol. „Jetzt wird der Druck größer und Punkten ist das oberste Gebot in den nächsten Runden. So habe ich mir das nicht vorgestellt“, war auch Wacker-Coach Karl Daxbacher, der in der Schlussphase in Unterzahl auf eine Dreierkette umstellte und einen zweiten Stürmer brachte, enttäuscht: „Freilich kann man in Linz verlieren, aber die Gesamtsituation ist schon besorgniserregend.“

In den spielentscheidenden Szenen im Paschinger Waldstadion bestätigte Daxbacher den Schiedsrichter. „Das Handspiel von Gartler beim Elfer für uns war ebenso eindeutig wie das ungeschickte Foul von Schimpelsberger, das zum Strafstoß für den LASK führte. Knackpunkt war allerdings der Linzer Ausgleich. Da hat Grünwald, der sonst hervorragend gehalten hat, einfach nicht energisch genug attackiert. Foul hab’ ich keines gesehen.“ Während Daxbacher mit dem FC Wacker harten Zeiten entgegenblickt, kann sein Ex-Klub LASK nach dem siebten Sieg in Serie schon die Aufstiegsfeier planen: „Die sind so gut wie durch.“

Symptomatisch – gegen das LASK-Duo Ranftl (links) und Mayer gab es für Wackers Pirkl kein Durchkommen.
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