SVI-Coach Glabonjat: Alles, nur kein Oberlehrer

Am Wochenende startet die UPC Tirol Liga ins Fußball-Frühjahr. Kaum einer kennt sie besser als Hans Glabonjat, nun kündigt der Liga-Dino seinen Abschied beim SVI an.

SVI-Coach Hans Glabonjat.
© Thomas Böhm

Man hört, die 13. Saison beim Sportverein Innsbruck soll jetzt tatsächlich Ihre letzte als Trainer sein?

Hans Glabonjat: Ich war hier zehn Jahre Spieler und bin jetzt 13 Jahre Trainer. Es ist Zeit für den Verein, etwas Neues zuzulassen. Wir sind alle schon fast zu sehr Kollegen geworden, es braucht eine Veränderung. So wie ich gekommen bin, will ich den Verein auch verlassen – mit Anstand.

Was bleibt nach 13 Saisonen bei einem Verein in der gleichen Liga hängen?

Glabonjat: Du brauchst Leute in Verein und Vorstand um dich und hinter dir, damit es funktioniert. Der SVI ist wie eine Familie, es ist sehr angenehm, hier zu arbeiten. Der Verein hat es mir ermöglicht, dass ich so lange hier bleibe.

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Wie hat das im Zusammenspiele mit den Akteuren so lange so gut funktioniert?

Glabonjat: Ich habe immer versucht, die Spieler so zu führen wie meine besten Kollegen. Du musst nicht mehr der Oberlehrer sein, sondern brauchst Fingerspitzengefühl. Dann ist auf dieser Ebene viel möglich.

Und man hat in der Innsbrucker Wiesengasse gesehen: Der Hans, der kann’s.

Glabonjat: Wenn es im Frühjahr noch gut geht, kann man das so stehen lassen.

Die halbe Liga steckt ja im Abstiegskampf ...

Glabonjat: Man muss immer auf der Hut sein. Die Liga ist interessant und ausgeglichen. Es ist die interessanteste Liga im Tiroler Amateur-Fußball. Es sitzen auch viele Trainer in den Startlöchern, man muss sich immer wieder beweisen.

Welche Zutaten stehen für den Erfolg?

Glabonjat: Man braucht Qualität in der Mannschaft, eine funktionierende Achse, um Junge heranzuführen. Das war beim SVI auch immer die Philosophie und hat ganz gut funktioniert. Wir waren im Cup-Finale, es ist auch im Nachwuchs viel gewachsen.

Was kommt im Leben des Hans G. nach dem SVI?

Glabonjat: Ich bin seit meinem fünften Lebensjahr ununterbrochen im Fußball tätig. Das geht nur mit einer toleranten Frau und Familie und ist ein super Ausgleich zu meinem Job als Hüttenwirt. Ich möchte im Sport bleiben, vielleicht als Individualtrainer. Vielleicht nehm’ ich mir eine Auszeit, wir werden sehen.

Worauf freuen Sie sich vor dem Auftakt?

Glabonjat: Dass es endlich wieder losgeht, man sich präsentieren kann und die richtige Stimmung herrscht.

... und auf die dritte Halbzeit in der Kantine?

Glabonjat: Klar, die gehört dazu. Die Zeit, mit der Trillerpfeife herumzulaufen und jedem zu sagen, wo es lang geht, ist vorbei. Auf dem Platz heißt’s gemeinsam zu schuften, danach sind wir Kollegen.

Das Gespräch führte Alex Gruber

Splitter UPC Tiroler Liga

Titelkampf: Die Tabelle weist den FC Kitzbühel mit sechs Punkten Vorsprung auf die Reichenau als klaren Favoriten aus. Zudem könnte den Gams­städtern in Zukunft bei einer Rückkehr in die Westliga hochkarätiger Zuwachs winken: Die Verträge der ortsnahen Wacker-Routiniers Andreas Hölzl und Alexander Hauser laufen in Innsbruck aus.

Torjäger: Marco Walser (14/Union) geht vor Hermann Achorner ins Rennen, der mit elf Treffern fast die Hälfte aller Ebbser Treffer erzielte. Auf Rang drei folgen Telfs-Edelroutinier Marcel Schreter, der Wattener Stefan Hussl und Kematens Marvin Kranebitter.

Abstiegskampf: Für Ebbs schaut's nach einer Mission Impossible aus. Zwischen dem SVI auf Platz acht und Zirl (15.) liegen nur sechs Zähler. Das macht einen guten Start umso wichtiger.


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