Novomatic-Chef: Casinos Austria sollen sich auf Inland konzentrieren

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Novomatic-Chef Harald Neumann, seit kurzem Aufsichtsrat der Casinos Austria, kritisiert die rege Reisetätigkeit...

Wien/Gumpoldskirchen (APA) - Novomatic-Chef Harald Neumann, seit kurzem Aufsichtsrat der Casinos Austria, kritisiert die rege Reisetätigkeit des Casinos-Austria-Vorstands. Die teilstaatlichen Casinos Austria sollten sich mehr auf das Geschäft in Österreich konzentrieren.

Allgemein sei zu sagen, „dass mehr als 90 Prozent des Gewinnes der Casag-Gruppe aus Österreich kommen. Also wäre weniger internationale Reisetätigkeit vielleicht sinnvoll gewesen“, so Neumann zum „trend“. Auf Spekulationen über eine allfällige Vertragsverlängerung von Casinos-Chef Karl Stoss ging Neumann aber nicht ein. Stoss, der auch Präsident des Olympischen Comité (ÖOC) ist, war sehr viel im Ausland unterwegs.

Gefragt, ob die bisherige Casinos-Vorständin Bettina Glatz-Kremsner Stoss‘ Nachfolgerin werden könnte, sagte Neumann, er komme „sehr gut mit ihr aus und sie ist fachlich sehr qualifiziert“. Bei der Vorstandsbesetzung sei aber jedenfalls auf die tschechische Sazka-Gruppe, die neue Großaktionärin der Casinos Austria, Rücksicht zu nehmen. „Jetzt eine Entscheidung für die nächsten fünf Jahre zu treffen - ohne Mitwirkung der Tschechen -, das halte ich nicht sehr gut für das Unternehmen“, so Neumann in dem Interview.

Der vom langjährigen RZB-Chef Walter Rothensteiner geführte Aufsichtsrat der Casinos Austria will sich erst nach der Hauptversammlung Ende März mit der Vorstandsfrage befassen. Stoss‘ Vertrag läuft Ende 2017 aus, ebenso der seines Kollegen Dietmar Hoscher, ein Mann der SPÖ. Glatz-Kremsner ist bis Ende 2019 bestellt.

Hoscher und Stoss vertragen sich nicht. Hoscher werden derzeit gute Chancen nachgesagt, dass er um zwei weitere Jahre verlängert wird. Dies, weil er den Anteilsverkauf von Maria Theresia Bablik (MTB-Stiftung) an Novomatic vermittelt und gute Kontakte in die Wiener Politik hat, wo ja Novomatic für eine Wieder-Erlaubnis des Automatenspiels lobbyiert. Laut „trend“ ist Hoscher einer der besten Freunde des Wiener Wohnbaustadtrats Michael Ludwig, der immer wieder als Gegenkandidat für den Bürgermeisterposten genannt wird.

Aus der Sicht von Neo-Casinos-Aufsichtsrat Neumann sollen sich die Casinos Austria einen Rückzug aus dem Ausland überlegen. Man müsse sich „sicher fragen, ob die internationalen Projekte der Casag sinnvoll waren. Ob man sich aus manchen Ländern zurückziehen soll, wird man sich anschauen müssen.“ Generell sei zu sagen: „Die Casag ist meines Erachtens zu klein, um bei internationalen Casinoprojekten mitzuspielen.“ Da gehe es um Milliardeninvestitionen. Die Casinos seien in Österreich erfolgreicher.

Neumann bekräftigte, dass er einen Ausbau der VLT-Automaten der Casinos in Österreich für sinnvoll hielte. Auch könnte man über zusätzliche Lotterieprodukte nachdenken und eventuell die Online-Sportwetten stärken, so der Manager.

~ WEB http://www.casinos.at

http://www.novomatic.com ~ APA489 2017-03-23/16:38


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