St. Veiter Schützen: Wache halten am Grab des Heilands

Wenn am Karfreitag um 15 Uhr die Feier vom Leiden und Sterben Christi beginnt, sind Musikkapelle, Schützen und Heiliggrab-Träger zur Stelle

Sechs Gewehrträger und ein Offizier der St. Veiter Schützen bilden die Grabwache am Karfreitag
© Stemberberger

Von Catharina Oblasser

St. Veit i. D. –Es ist ein alter Brauch, der mittlerweile in Tirol sehr selten geworden ist: die Schützen-Wache am Heiligen Grab am Karfreitag. In St. Veit in Defereggen hat sich dieses Brauchtum bis heute erhalten und lockt Menschen aus dem ganzen Land an.

Wenn am Karfreitag um 15 Uhr die Feier vom Leiden und Sterben Christi beginnt, sind Musikkapelle, Schützen und Heiliggrab-Träger zur Stelle. „Vier Mann tragen das Ostergrab vom Widum in die Kirche und stellen es vor dem Altar ab“, berichtet Thomas Veiter, Obmann der Reimmichl-Schützen in St. Veit. Sechs Schützen begleiten die Träger, während der Offizier die Kommandos gibt: „Im Schritt marsch“, heißt es da, dann folgt „Gewehr bei Fuß“, „Schultert“, „Präsentiert“ und „Habt acht“.

Die Zeremonie am Nachmittag umfasst einen Wortgottesdienst, die Leidensgeschichte, Kreuzverehrung, Grablegung und die Aufführung eines Trauermarsches. Danach haben die verschiedenen Ortsteile von St. Veit ihre eigene Betstunde. Gegen 19 Uhr findet die Schlussandacht statt. Während des gesamten Nachmittags und Abends sind die Schützen in der Kirche anwesend. „Mindestens zwei sind es immer“, sagt Veiter. „Ungefähr jede Stunde wechseln wir uns ab.“

Veiter ist selbst einer der sechs Grabwächter, heuer schon zum fünften Mal. Andere waren schon an die 20-mal dabei. „Es ist für mich eine Freude und Ehre, das Heilige Grab bewachen zu dürfen“, meint der Schützenobmann, von Beruf Künstler.

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Heuer bewachen die St. Veiter Schützen am Karfreitag ein Ostergrab, das in neuem Glanz erstrahlt. Ursprünglich stammt es aus dem Jahr 1832, geschaffen hat es damals Michael Erlsbacher. Bildhauer Hans Planer hat die lebensgroße Christusfigur restauriert. Das Grab selbst hat er zur Gänze neu gemacht.

Bildhauer Hans Planer hat die 185 Jahre alte Christusfigur, geschaffen von Michael Erlsbacher, restauriert und das Heilige Grab erneuert.
© Stemberger

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