Streitigkeiten zehren an Hypos sportlicher Strahlkraft
Im ersten Final-Heimspiel schlagen Hypos Volleyballer heute (20.20 Uhr) gegen Aich/Dob auf die 2:0-Führung auf. Nicht ohne Nebengeräusche.
Von Alex Gruber
Innsbruck –Grundsätzlich sollte eine laufende Finalserie unter dem Gesichtspunkt stattfinden, wer wem von zwei Mannschaften wehtun kann. Im ersten AVL-Endspiel zwischen Hypo Tirol Volleyballteam und Aich/Dob wurde diese Frage seitens des Serienmeisters vom Inn mit einem 3:1-Auswärtssieg auch ziemlich klar beantwortet. Das war Werbung für den Sport, ehe die (politische) Antiwerbung einsetzte.
Das Hypo Tirol Volleyballteam hat ja nicht für die neue Saison genannt, weil der Ligasponsor (türkische Bank) mit dem eigenen Hauptsponsor (Hypo Tirol) zu Unvereinbarkeiten führt. Das Weglassen der vier Liga-Sponsor-Banden würde zu einer Pönale von 100.000 Euro führen. Genauso viel würde man laut Hypo-Manager Hannes Kronthaler aber auch einnehmen, wenn man die Banden selbst verkauft. Und genau da hakt Kronthaler mit Nachdruck ein: „Wenn sie mich heute deswegen noch einmal vor das TV-Mikro bitten, sage ich einen Satz: ,Welcher Verein kann es sich leisten, auf 100.000 Euro zu verzichten?‘ Das kann mir auch das Sportministerium gerne erklären. Es gibt außer dem ÖVV keinen Verband, der das von seinen Vereinen verlangt. Egal ob Wattens in der Sky Go Fußballliga oder die Haie in der Eishockeyliga – in der Regel bekommen die Klubs Geld vom Verband, anstatt zu bezahlen ...“
Gestern war in der Aussendung des Österreichischen Volleyball-Verbandes auch zu lesen, dass das zweite Hypo-Team als Meister der zweiten Bundesliga nicht in der Relegation um den Aufstieg spielen darf, weil die AVL-Relegation zur selben Bewerbsstufe wie das gerade laufende AVL-Finale mit Hypo I zählt. „Das ist schade für meine Jungs, aber das werden wir akzeptieren“, nickt Meistermacher Gernot Hupfauf mit einem vielsagenden Nachsatz: „Hören wir auf zu streiten.“
Kronthaler stimmt ein: „Der Sport soll wieder im Mittelpunkt stehen.“ Und in der Detailarbeit von Service, Block oder Angriff war das Hypo-Ensemble in Match Nummer eins klar obenauf: „Ich glaube, das Team hat mit diesem weitgehend konzentrierten Auftritt Blut geleckt. Wir müssen auch zuhause ohne Schwächephasen gleich wieder da sein“, fordert Kronthaler.
Nachdem man das Heimrecht zurückerobert habe, steht für Hypos Headcoach Daniel Gavan ohnehin fest: „Jetzt wollen wir zu Hause vor unserem Publikum den zweiten Schritt in Richtung Meistertitel setzen.“ Fern von Paragraphen und (Rechts-)Streitigkeiten.
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