„Keine Zinsen wie in früheren Jahren“
Innsbruck – Die Volksbank Tirol will deutlich mehr Kunden zu Anlegern machen. Heuer soll das Volumen beim Wertpapiergeschäft um 20 Prozent s...
Innsbruck –Die Volksbank Tirol will deutlich mehr Kunden zu Anlegern machen. Heuer soll das Volumen beim Wertpapiergeschäft um 20 Prozent steigen, kündigte Volksbank-Vorstand Markus Hörmann im TT-Gespräch ab. Von den etwa 100.000 Volksbank-Kunden im Land würde bislang etwa jeder Fünfte Wertpapiere halten.
2016 steckten die Kunden der Bank rund 170 Mio. Euro in Veranlagungen. Heuer waren es laut Volksbank zwischen Jänner und März bereits 70 Mio. Vor dem Hintergrund der Mini-Zinsen gehe der Trend zu Aktien und Co. immer mehr in die Breite, erklärte Hörmann. Ab 20.000 Euro ist man bei der Volksbank als Anleger schon dabei, ab etwa 100 Euro werden zudem monatliche Fonds-Ansparpläne aufgesetzt.
Die Bank verkauft vor allem Produkte des deutschen Fondsriesen Union Investment, der zur DZ Bank gehört. Das Unternehmen ist mit 300 Mrd. Euro verwaltetem Vermögen der zweitgrößte Fondsanbieter Europas und hat im Vorjahr die Fondsgesellschaften der Volksbanken gekauft. Elf Volksbank-Investmentfonds wurden daraufhin aufgelöst und zwei fusioniert – jetzt läuft das Geschäft über die Union Investment Austria.
Die Fondsexperten erwarten zwar, dass die Zinsen bei Anleihen leicht steigen werden. Privatanleger und Sparer werde das aber nicht aus dem Dilemma holen. „Das Zinsniveau wird relativ niedrig bleiben. Einen Zinseszins-Effekt wie in früheren Jahren werden wir nicht sehen“, sagte Österreich-Direktor Marc Harms voraus. Um das Imageproblem von Aktien und Co. weiß der Fondsmanager aber auch: „Die Menschen gehen lieber zum Zahnarzt als zum Banker, um sich dort über Anlageprodukte zu informieren.“ Jedoch seien Österreicher im Vergleich zu deutschen Kunden „aggressiver“ beim Anlegen.
2017 sehen die Fondsexperten sehr optimistisch. Bei den Aktien erwarte man „keine großen Störfeuer“ (Schockereignisse wie Terror, Kriege und Wahlausgänge werden bei diesen Prognosen ausgeklammert). 2018 soll es zweistellige Zuwächse geben. Erwartet wird ein „Comeback in Europa“, wenn sich das krisengeplagte Südeuropa erholen kann. (wer)
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