Kunstparcours mit alten Meistern
Bei einem Stationentheater im Ferdinandeum erwachen Dürer und da Vinci zum Leben.
Innsbruck –Leonardo da Vinci kommt nach Innsbruck. Mit Albrecht Dürer im Schlepptau. Gemeinsam flanieren die alten Meister durchs Ferdinandeum, um über die Renaissance fachzusimpeln und über die Kunst, ein Künstler zu sein, zu sinnieren. Was nach einem schrägen Traum klingt, wird ab 20. April theatrale Wirklichkeit: Schließlich heißt es dann im Ferndinandeum „Vorhang auf“ für das Stationentheater „Dürer und Da Vinci wissen, wie der Hase läuft“, das eine lebendige Begegnung mit Renaissance-Schätzen des Tiroler Landesmuseums verspricht.
Da Vinci und Dürer werden dabei von Thomas Lackner und Benjamin Ulbrich verkörpert, die sich vor ein paar Jahren schon als Paul Gauguin und Vincent van Gogh aufs Kunst-Terrain wagten – und das Museum zur Bühne werden ließen. Für die aktuelle Reise durch die Renaissance wurden die beiden Schauspieler von Kunstvermittlerin Angelika Schafferer unterstützt, auf deren Recherchen der von Ulbrich verfasste Theatertext fußt. Kunsthistorisch sollen nämlich keine Märchen verbreitet werden, biographisch ist indes so manche Flunkerei erlaubt. Zu Lebzeiten liefen sich da Vinci und Dürer nämlich nicht über den Weg, wie Schafferer erklärt. Voneinander gewusst dürften die Zeitgenossen aber haben – schließlich war Dürer ein großer Bewunderer der italienischen Renaissance, der er unter anderem in Venedig nachforschte.
Die nie stattgefundene Begegnung der beiden Ausnahmekünstler wird nun also in der Ferdinandeum-Schausammlung nachgeholt. Und da wird’s auch manchmal zur Sache gehen, wie Da-Vinci-Darsteller Lackner verrät. „Ich stelle mir da Vinci als hochenergetischen Universalkünstler vor, der den ernsthafteren Dürer durchaus auch einmal von oben herab behandelt.“ Ein verbaler Schlagabtausch ist also vorprogrammiert, denn auch der Bühnen-Dürer ist nicht auf den Mund gefallen. Am richtigen Timing feilten die beiden übrigens via Skype, nur so ließ sich die Distanz zwischen den Wohnorten Innsbruck und Wien überbrücken. „Wir haben uns dafür extra Leinwände besorgt, um das Gegenüber in Lebensgröße zu sehen“, erzählt Lackner. Dem Entdeckergeist da Vinci hätte diese Probenmethode wohl gefallen.
Die Besucher des Stationentheaters sollen aber nicht nur an den Reibereien zweier Genies Gefallen finden, sondern auch die Renaissance-Schätze des Museums kennen lernen. Zu entdecken gibt es da etwa Marx Reichlichs Gemälde „Anbetung der Könige“, Sebastian Scheels „Annenberger Altar“ oder Bernhard Strigels Porträts von Kaiser Maximilian I. und Bianca Maria Sforza. Zum großen Finale gibt sich dann auch Mona Lisa die Ehre. Nein, nicht die echte. Das wäre wirklich zu viel geträumt. (fach)
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