150 Asylberechtigte suchen in Osttirol Wohnung und Job

Mit dem positiven Asylbescheid hören die Probleme für Flüchtlinge nicht auf. Beim Integrationstag der Caritas wurden Lösungen gesucht.

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Von Catharina Oblasser

Tristach –Die Ferien sind für Volksschullehrerin Dagmar Holaus in einer Hinsicht ein Problem: „Kinder mit nicht-deutscher Muttersprache verlernen Deutsch oft wieder über die Ferien, weil sie es daheim nicht sprechen.“ Sie wünscht sich freiwillige Helferinnen, die die Kinder den Sommer über fördern. Oder Mütter von Klassenkameraden, die das Kind zum Familienausflug oder ins Schwimmbad mitnehmen.

Andreas Fuetsch von der Stadtverwaltung hat die Idee, „Lotsen“ für Flüchtlinge mit positivem Asylbescheid zu suchen. Denn diese müssen das Heim verlassen und selbst Wohnung und Arbeit finden. Eine Unterkunft zu suchen, ist Schwerstarbeit, weiß Ursula Weiskopf, Leiterin des Asylheims in Prägraten. Um einem der Bewohner nach dessen positivem Bescheid zu helfen, hat sie selbst Listen von Vermietern abtelefoniert – lange Zeit vergeblich.

Ismail aus Syrien hat nach dem positiven Bescheid zwar Arbeit in einem Matreier Gasthaus gefunden, darf aber mit seiner Familie noch im Heim leben. Denn mit der Wohnungssuche hat es noch nicht geklappt. Und Ismails Landsmann Mohamed wünscht sich ein bisschen mehr Entgegenkommen der potenziellen Arbeitgeber. „Überall ist perfektes Deutsch erwünscht, das ist schwierig.“ Er sei seit zwei Jahren hier, perfekt ist sein Deutsch noch nicht. Mittlerweile hat er einen Posten als Hausmeister in einem Lienzer Hotel.

All diese Menschen haben sich beim Integrationstag der Caritas in Tristach am runden Tisch getroffen, um Erfahrungen, Wünsche, Vorschläge und Lösungsmöglichkeiten für gute Integration zu besprechen. Denn mit dem positiven Asylbescheid ist es bei Weitem nicht getan. Rund 150 als Flüchtlinge anerkannte Menschen, Kinder mit eingeschlossen, leben zurzeit in Osttirol, weiß Monika Reindl-Sint vom Freiwilligenzen­trum. Sie brauchen zuallererst Arbeit und Wohnung. Fast alle Flüchtlinge, zu denen Ursula Weiskopf Kontakt hat, wollen auch nach dem positiven Bescheid im Bezirk bleiben – weil sie da schon Kontakte haben. Paten oder Lotsen können dabei behilflich sein.

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