Radsport

„Irgendwann Tour gewinnen!“ Dumoulin gehört die Zukunft

Tom Dumoulin jubelt vor dem Mailänder Dom.
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Der Niederländer erinnerte auf der Fahrt zu seinem ersten Giro-Trimph an die spanische Legende Miguel Indurain.

Mailand – Der 26-jährige Tom Dumoulin hat am Sonntag als erster Niederländer den Gesamtsieg beim Giro d‘Italia geholt. Kaum hatte er den Triumph in der Tasche, folgten auch schon die Fragen zur Tour de France. „Das Nächste sind ein Bier und Barbecue. Das ist meine Zukunft. Weiter denke ich nicht“, entgegnete Dumoulin.

Vom vierten auf den ersten Platz stürmte der Kapitän des Teams Sunweb mit dem Österreicher Georg Preidler im abschließenden Zeitfahren der Italien-Rundfahrt. Die Kletterspezialisten um Nairo Quintana und Vorjahressieger Vincenzo Nibali waren auf dem Weg nach Mailand gegen die Trittfrequenz Dumoulins chancenlos.

Vieles erinnerte dabei an einen ganz Großen des Radsports, den Spanier Miguel Indurain. Der war immerhin 27 Jahre alt, ein halbes Jahr älter als Dumoulin, als er den ersten seiner fünf Tour-de-France-Siege einfuhr. „Irgendwann will ich die Tour gewinnen“, kündigte Dumoulin in Mailand auch an. In diesem Jahr wird das aber nicht passieren. Anders als Quintana hat er nicht auf ein Double aus Giro und Tour hintrainiert.

Geschultert von den Teamkollegen: Tom Dumoulin, Sieger des 100. Giros.
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Denn dafür weist das Tour-Programm heuer zu wenige Zeitfahrkilometer auf. 2018 könnte aber die Stunde Dumoulins in Frankreich schlagen. Mit seinem Giro-Sieg ist er jedenfalls zu einem der begehrtesten Fahrer geworden. Dumoulin ist ein wichtiger Baustein im Plan von Sunweb-Teamchef Iwan Spekenbrink, in naher Zukunft die Tour zu gewinnen, und soll vor einer Vertragsverlängerung bis 2021 stehen.

Um seine Siegesserie in Frankreich fortzusetzen hat aber auch Sky-Chef David Brailsford ein Auge auf den neuen Star geworfen. „Ich verfolge ihn schon seit vielen Jahren. Und ich bin sehr beeindruckt. Wie er Druck aushält, ist ein Zeichen von Reife. Und seine direkte Art ist einfach erfrischend. Er soll einfach so bleiben wie er ist“, meinte Brailsford am Rande des Giro.

Schon 2015 war Dumoulin dicht vor dem Vuelta-Triumph gestanden, ehe ihm Fabio Aru auf der letzten Bergetappe den Gesamtsieg entriss. Diesmal war es andersherum. Im abschließenden Zeitfahren düpierte Dumoulin die Bergspezialisten Quintana, Nibali und Thibaut Pinot. Er gewann nicht nur als erster Niederländer die Italien-Tour, sondern sorgte für den ersten Giro-Gesamtsieg eines deutschen Rennstalls. (APA/dpa)