,,Jihadistendroge“ Captagon erstmals in Frankreich beschlagnahmt
Das Aufputschmittel war ursprünglich als Antidepressivum und zur Behandlung der Schlafkrankheit eingesetzt worden. Es wurde dann aber als gefährlich eingestuft und verboten.
Paris – In Frankreich sind erstmals größere Mengen der sogenannten Jihadistendroge Captagon beschlagnahmt worden. Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden im Jänner und Februar insgesamt 135 Kilogramm des Aufputschmittels entdeckt, wie der französische Zoll am Dienstag mitteilte. Der Marktwert beträgt geschätzte 1,5 Millionen Euro.
Das Amphetamin-Derivat mit aufputschender Wirkung ist unter anderem im Bürgerkriegsland Syrien weit verbreitet. Jihadisten nehmen es vor Anschlägen ein. Captagon ist der Markenname eines Medikaments, das ab den sechziger Jahren als Antidepressivum oder zur Behandlung der Schlafkrankheit eingesetzt wurde. Heute stuft die UN-Drogenbehörde es als gefährliches Suchtmittel ein.
Drogen in Wänden versteckt
Den ersten Fund machte der französischer Zoll im Jänner am Pariser Flughafen bei der Kontrolle von Stahlformen aus dem Libanon, die angeblich für Tschechien bestimmt waren. Die Drogen waren in den Wänden der Stahlformen versteckt.
Die Zusammenarbeit mit deutschen und tschechischen Behörden ergab aber, dass die Ware in Wirklichkeit über die Türkei nach Saudi-Arabien gelangen sollte. Im Februar machte der Zoll dann seinen zweiten Fund, ebenfalls in den Wänden von Stahlformen. (APA/AFP)