Baumfällung erhitzt weiter die Gemüter
Von Angela Dähling...
Von Angela Dähling
Schwaz –Das von der Wohnbaufirma Hörhager in Auftrag gegebene Gutachten, wonach die unter Schutz gestellten Birnbäume in der Körnerstraße beim Zöhrer-Areal gefällt werden müssen, hatte Dienstagabend erste sichtbare Folgen. Denn der Schwazer Bürgermeister ließ aufgrund des Hochwetters die Körnerstraße im Bereich der Baumallee sperren. „Um Gefahren für Leib und Leben sowie für Sachgüter zu verhindern“, erklärt BM Hans Lintner. Laut Gutachten sei die Sicherheit nur zu gewährleisten, wenn die Obstbäume gefällt werden. Sie seien „gefährlich und nicht mehr standsicher“, meint Lintner.
Auch die SPÖ mit VBM Rudi Bauer spricht sich aus Sicherheitsgründen für die Fällung der Bäume aus. „Wir wollen aber, dass jeder Baum nochmals separat begutachtet wird und nur die wirklich kranken Bäume gefällt werden“, sagt Bauer, der auch Obmann der Schwazer Naturfreunde ist.
Bauherr Jürgen Hörhager betont, dass von seiner Seite aus alle Bäume stehenbleiben könnten. „Wir haben beim Architektenwettbewerb bei allen Projekten drauf geschaut, dass sie mit dem Naturdenkmal kompatibel sind. Der Grund für die Inauftraggabe des Gutachtens war, dass Äste in unser Grundstück ragen und wir während der Bauzeit auf den Schutz der Bäume achten müssen. Zudem wollten wir wissen, wie wir u. a. wegen der Bäume asphaltieren sollten“, erklärt Hörhager. Gutachter ist übrigens Herbert Bacher, der auch für den Hofgarten und den Schlosspark Ambras zuständig ist. Wie berichtet, muss die Bezirkshauptmannschaft zunächst die als Naturdenkmal geschützten Bäume aus diesem Schutz herausnehmen, um eine Fällung zu ermöglichen. Die Behörde will auch selbst die Bäume nochmals begutachten lassen.
BM Lintner kündigt an, im gesamten Bereich der Stadt Schwaz 24 Bäume nachzupflanzen. „Uns geht es aber auch darum, den Baumalleecharakter in der Körnerstraße zu erhalten“, sagt GV Viktoria Gruber (Grüne). Es brauche eine unabhängige Begutachtung und ein Konzept für eine zukünftige Allee, meint auch GR Hermann Weratschnig.