IMD-Ranking: Österreich fällt bei Wettbewerbsfähigkeit zurück
Im jährlichen Ranking des Schweizer Instituts für Management-Entwicklung (IMD) fiel Österreich um eine Position auf Platz 25 zurück.
Wien, Zürich – Österreich hat in der internationalen Wettbewerbsfähigkeit einen leichten Rückschlag erlitten. Im Ranking des Schweizer Instituts für Management-Entwicklung (IMD) fiel Österreich um eine Position auf Platz 25 zurück. Bewertet wurden 63 Länder. Seit einigen Jahren schwankt Österreich zwischen Platz 22 und 26, vor zehn Jahren gab es allerdings noch Rang 11.
Zwar hat sich Österreich im Jahresabstand bei der Effizienz der Verwaltung (von 35 auf 33), bei der Wirtschaftseffizienz (von 22 auf 17) und bei der Qualität der Infrastruktur (von 12 auf 11) verbessert, es gab aber einen Absturz bei der wirtschaftlichen Entwicklung - von Rang 19 auf Rang 40. Wie es dazu gekommen ist, konnte auch ein Experte bei IMD auf die Schnelle nicht erklären. Allerdings gebe es bei diesem Faktor viele zyklische Effekte, schon nächstes Jahr könnte sich das Kriterium wieder erholen.
Im Detail sticht die Verschlechterung bei internationalen Investitionen heraus. Nach diesem Kriterium lag Österreich im Vorjahr noch im Mittelfeld (Rang 31), diesmal reichte es aber nur mehr für den letzten Platz. Auch alle anderen Teilergebnisse des Bereichs „Wirtschaft“ verschlechterten sich, geht aus den IMD-Unterlagen hervor. Dazu gehören die Beschäftigung, die Preise, der internationale Handel und die Binnenwirtschaft.
Auch wenn allgemein über den Niedergang des Bildungssystems geklagt wird, im IMD-Ranking verbesserte sich Österreich von Platz 15 auf 14. Unter den Top-10 liegt Österreich bei Managementqualitäten (5) und „Gesundheit und Umwelt) (8). Wirklich schlecht schneidet Österreich wenig überraschend bei der Steuerpolitik ab (61).
In der Meinungsumfrage, die Teil der Bewertung ist, bekommt Österreich für die gut ausgebildeten Arbeitskräfte und die verlässliche Infrastruktur jeweils über 80 Prozent Zustimmung. Dafür loben nur 1,2 Prozent die Kompetenz der Regierung. Aber auch die Wirtschaftsfreundlichkeit des Landes, die Kosten, das Steuerregime und die Qualität der Unternehmensführung kommen jeweils auf weniger als 10 Prozent Zustimmung.
Bei digitaler Wettbewerbsfähigkeit gut aufgestellt
Österreich ist für den Wettbewerb in der digitalen Welt gut gerüstet. Das IMD)bescheinigt Österreich in einem erstmals erstellten Ranking Platz 16 unter 63 Staaten. Damit schneidet Österreich nach diesem Kriterium besser ab als in der allgemeinen Wettbewerbsfähigkeit. Insgesamt sei das ein sehr erfreuliches Ergebnis, so ein IMD-Experte.
Der neue Vergleich soll abbilden, wie Länder digitale Technologien übernehmen und nutzen, um die Verwaltung, das Geschäftsleben und die Gesellschaft im allgemeinen zu transformieren. Österreich zeige sich gut aufgestellt für die Zukunftsherausforderungen. Singapur führt das Ranking an, vor Schweden, den USA, Finnland und Dänemark. Ein hilfreicher Faktor ist der „Import“ von ausländischen Talenten. Grundsätzlich müsse die Regierung in Ländern, die digital wettbewerbsfähig bleiben wollen, die Einführung moderner Technologien fördern.
Vor allem beim Wissen und der Vorbereitung auf die Zukunft schneidet Österreich gut ab. Für die berufliche Ausbildung gibt es Rang 4, für „Wissen“ allgemein Rang 12. Nicht ganz so gut steht Österreich in Bezug auf die technologische Ausstattung da. Vor allem mangelt es an Kapital - hier liegt Österreich nur auf Rang 38. Aber auch der gesetzliche Rahmen für technologische Entwicklung könnte besser sein (Rang 25).
Obwohl der Index heuer erstmals veröffentlicht wurde, hat IMD für die vergangenen fünf Jahre Werte zurückgerechnet. Demnach hat sich Österreich in dieser Zeitspanne von Platz 25 auf 16 verbessert.
Insgesamt erfasst das IMD-Ranking 261 Indikatoren, davon zwei Drittel „harte“ Fakten wie Beschäftigungszahlen oder Handelsstatistiken. Der Rest kommt aus einer Meinungsumfrage unter Wirtschaftstreibenden zu Fragen von Korruption bis zur Lebensqualität. (APA, TT.com)