Osttirol

Mit E-Bikes und neuer Route den Drauradweg entlasten

80 Prozent der befragten Drauradler würden gerne nicht nur die Landschaft, sondern auch die Orte entlang der Route besichtigen.
© Oblasser

Der Radweg Innichen – Lienz ist bald an den Grenzen seiner Kapazität angelangt. Routenvarianten für E-Bikes könnten Abhilfe schaffen.

Von Catharina Oblasser

Lienz –Er bricht regelmäßig alle Rekorde: Der Drauradweg zwischen dem Südtiroler Innichen und Lienz wird immer beliebter. Das zeigen die Zählungen bei der Lienzer Stadteinfahrt: Im Jahr 2012 hat man 100.000 Radler gemessen, im Jahr 2016 waren es bereits mehr als 150.000. Der August, wenn die Italiene­r „Ferragost­o“ haben, ist mit Abstand der stärkste Mona­t. Der Großteil der Radler, nämlich 120.000, nutzte 2016 die speziellen Radler-Züge der ÖBB, um wieder zurück nach Innichen zu kommen.

„Wir bemühen uns auch heuer wieder, genügend Kapazitäten zur Verfügung zu stellen“, teilt ÖBB-Regionalmanager René Zumtobel mit, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SP), Gemeinderätin Gerlinde Kieberl (Grüne), Stadtmarketing-Chef Oskar Januschke und Radverleiher Karl Fritz Schmidhofer zum Gespräch am Bahnhof Lienz geladen hatte. „Wir setzen Zusatzzüge mit eigenen Fahrradwagen und Doppelstock-Waggons ein. Bis zu 340 Räder können pro Zug mitfahren.“

Während ÖBB und Lienzer Bahnhof den Ansturm mithilfe von viel Geduld und mehrsprachigem Personal bewältigen, geht es auf dem Radweg selbst manchmal recht turbulent zu – kein Wunder bei einer solchen Masse von Radlern. Zu 50 Prozent sind es Familien.

Karl Fritz Schmidhofer, der bei seinem Radverleih in Inniche­n 8000 Räder – davon 1000 E-Bikes – bereithält, spricht von einer neuen Radweg-­Variante, die man auf der anderen Drauseite anlegen könnte. Zwar nicht durchgängig, aber zum Beispiel bei Mittewald. „Durch das teilweise Verlagern der Route auf die Sonnseite könnte man die Saison ausdehnen“, gibt er zu bedenken. Allerdings wäre das mit größeren Steigungen verbunden, als es jetzt der Fall ist. „Doch mit E-Bikes ließe sich das sicher bewältigen“, meint Blanik. Sie wünscht sich eine Verbindung zwischen Drau- und Iseltalradweg, um das Radleraufkommen ein wenig zu entzerren. „Die Radfahrer am Drauradweg äußerten durchwegs den Wunsch, auch in Richtung Nationalpark fahren zu können“, nennt Januschke eines der Ergebnisse seiner Befragung unter 500 Radgästen. Dem steht aber im Weg, dass man durch die Stadt und über die Bundesstraße müsste, um bis zum Anfangspunkt des Iseltal-Radweges zu gelangen. Und das ist kompliziert. Bis es so weit ist, müsste zumindest die Beschilderung viel besser werden, meint Gemeinderätin Gerlinde Kieberl.

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Catharina Oblasser

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