Über 300 Wohnungen für Innsbruck auf einen Schlag

Der Architekturwettbewerb für die erste Baustufe der Campagne-Verbauung ist abgeschlossen. Das Siegerprojekt will ein „Wohnzimmer“-Feeling mit hoher Aufenthaltsqualität schaffen. Die Parkplatzfrage wird noch diskutiert.

BM Christine Oppitz-Plörer (Mitte) zeigt sich überzeugt, Birgit Kornmüller und Gerald Zehetner auch, was nicht verwundert: Letztere planten das Ganze.
© Michael Kristen

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –„Freiluft-Wohnzimmer“. Unter dieses Motto haben Birgit Kornmüller und Gerald Zehetner vom Linzer Büro „bogenfeld Architektur“ ihren Entwurf für die erste Baustufe (Areal Radetzkystraße/Hegnerstraße) in der Innsbrucker Campagne gestellt. Planungen, welche die Jury einstimmig überzeugen konnten. Und somit den Sieg im EU-weiten, offenen Architekturwettbewerb mit 39 Teilnehmern einbrachten.

Das Architektenduo nahm dabei nicht zufällig die Anregungen des zuvor auf Basis eines kooperativen Planungsverfahrens erstellten Masterplans nahezu ident auf. „Wir waren von dem Vorverfahren sehr überzeugt“, sagte Kornmüller. Und um ihrem Motto treu zu bleiben, wurde dann auch die Gestaltung des Freiraums des gesamten Planungsareal der ersten Baustufe vor die architektonische Entwicklung gestellt. Herausgekommen sind vier Baukörper auf einer Fläche von 6600 Quadratmetern, deren Höhe sich unterschiedlich zwischen fünf und sieben Geschoßen entwickelt, darunter auch zwei Hochpunkte. Mit maximal 35 Metern (E+10). Planungsstadtrat Gerhard Fritz (Grüne) betonte, dass „mit den Bestandsgebäuden sehr rücksichtsvoll umgegangen wird“. Er hofft, dass sich die bereits angestammten Bewohner (speziell in der Hegnerstraße) mit dem Projekt anfreunden können.

Denn ein zentrales Charakteristikum dieser neuen Bebauung sollen die kleinen, autofreien Achsen und Plätze zwischen den einzelnen Gebäuden werden. Jurymitglied Max Rieder war sogar so verwegen, von einer Art „Altstadt“-Flair zu sprechen. Denn die Erdgeschoße sollen nicht dem Wohnen vorbehalten sein, sondern mit Geschäften, Cafés, aber auch mit gesellschaftsrelevanter Infrastruktur wie beispielsweise Kindergärten oder Sozialeinrichtungen belebt werden können: „Der gemeinsame Raum soll nicht leer stehen.“

In Summe wollen Neue Heimat und IIG in diesem Gemeinschaftsprojekt für rund 45 Mio. € an die 310 geförderte Mietwohnungen errichten, die in die städtische Wohnungsvergabe einfließen sollen. Das freut naturgemäß Wohnungsservice-Stadtrat Andreas Wanker (VP).

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Geplant ist auch eine Tiefgarage mit derzeit 150 Stellplätzen. Ob diese auch den Bedarf decken kann, weiß man auf TT-Nachfrage noch nicht so genau. Möglich sei auch die Entwicklung einer nahen Quartiersgarage, betonte BM Christine Oppitz-Plörer (FI). Fakt sei, dass so manche neue Wohnanlage bereits mit 0,5 Stellplätzen pro Wohneinheit auskomme, argumentierten die Verantwortlichen.

Der Baustart ist für das erste Quartal 2018 angesetzt, ab Mitte 2020 will man fertig sein. Ob und wie viel von den restlichen drei Baufeldern in geplanter Form bebaut werden kann, ist derzeit noch in der Schwebe. Bekanntlich will der Tennisverein IEV vorerst nicht weichen. Darauf fußt aber die Neuordnung der Tennisplätze. Die Gespräche laufen noch – Ausgang offen.


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