Champions League

Juventus fordert Real: Wieder Ronaldo oder doch Buffon?

Die Juve-Stars Buffon, Higuaín und Dybala wollen die historische Titelverteidigung von Benzema, James und Ronaldo verhindern.
© gepa

Das Gigantenduell zwischen Real Madrid und Juventus Turin (20.45 Uhr/TT.com-Live-Ticker) soll ein Tag für die Fußball-Historie werden. Der beste Angriff stürmt im heutigen Champions-League-Finale in Cardiff gegen die beste Abwehr.

Cardiff –Cristiano Ronaldo gegen Gigi Buffon, Sergio Ramos gegen Gonzalo Higuaín, Toni Kroos gegen Sami Khedira, historische Titelverteidigung oder erlösender Triumph: In einem Endspiel der Superlative wollen die Königlichen aus Madrid eine goldene Generation zur ersten erfolgreichen Titelverteidigung in der Champions League führen. Auf der Gegenseite hofft Juventus Turin auf den seit zwei Jahrzehnten ersehnten Königsklassen-Coup. „Wir brennen darauf, das Finale zu spielen. Es ist der letzte Schritt, um Geschichte zu schreiben“, sagte Kroos, der mit dem FC Bayern im Jahr 2013 und mit Real vor einem Jahr schon den Henkelpott gewann.

Beim heutigen Gigantentreffen ab 20.45 Uhr in Cardiff strebt auch Weltmeisterkollege Khedira nach dem Titelgewinn mit Real vor drei Jahren nun mit seinem zweiten Club den Coup an. „Es ist wie eine Art Sucht und man möchte es sich selbst noch mal beweisen“, sagte Khedira. „Einmal ist schön, aber es sich selbst zu bestätigen – das ist noch viel, viel schwieriger. Wir wollen das Triple.“

Juve verlor vier seiner fünf Finals, Real eroberte in allen fünf Endspielen die begehrteste Trophäe im Vereinsfußball. „Wir haben eine historische Gelegenheit. Das ist ein Ziel, das jeder Spieler von Real Madrid unbedingt erreichen will. Es ein Traum von uns“, sagte Weltfußballer Ronaldo. Mit seinem vierten Erfolg möchte der Portugiese vor 75.000 Zuschauern mit Lionel Messi & Co. gleichziehen.

Der mit 103 Toren beste Königsklassen-Torschütze will im Jahr nach dem EM-Titel der erste Weltstar sein, der sein Ensemble zweimal nacheinander auf den Gipfel führt. Unter der Regie von Trainer Zinédine Zidane wurde der 32-Jährige in dieser Liga-Saison so oft wie seit sieben Jahren nicht geschont, in der K.-o.-Runde ballerte der Modellathlet in Bestform. Ronaldo, Benzema und der in seiner Geburtsstadt vermutlich diesmal durch Isco ersetzte Gareth Bale bilden mit 32 Treffern den besten Angriff.

Die schier unüberwindbare beste Defensive der Spielzeit kann das nicht schocken. Andrea Barzagli, Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini sicherten mit Torwart-­Monument Buffon so gut ab, dass sie nur dreimal überwunden wurden. „Wir werden schonungslos spielen“, versicherte Buffon. Zweimal verlor der Ex-Weltmeister schon ein Königsklassen­finale. „Ich bin bis hierher gekommen, damit sich der Kreis schließt“, formulierte es Buffon voller Sehnsucht.

Besondere Emotionen schwingen im Showdown – aus Sicherheitsgründen erstmals unter einem geschlossenen Dach – bei Real-Coach Zidan­e mit. Der Franzose reifte als Spieler in Turin zum großen Star. „Juve wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben“, gestand der 44-Jährige.

Sein taktisch gewiefter Trainer-Kontrahent Massimiliano Allegri sieht sein vor zwei Jahren gegen den FC Barcelona beim 1:3 in Berlin chancenloses Team für das Kräftemessen mit dem elfmaligen Champion gerüstet: „Es ist unser zweites Endspiel in drei Jahren. Dieses Mal müssen wir zuschlagen.“ 21 Jahre liegt Juves letzter Triumph in Europa zurück. Italiens Nummer 1 wäre erst der fünfte Club nach Barcelona, Manchester United, Inter Mailand und dem FC Bayern, der das Triple gewinnt.

Neben Khedira trifft auch Gonzalo Higuaín mit Turin auf den Ex-Club und will „einen außergewöhnlichen Feldzug komplett machen“. Álvaro Morata spielte einst für Juve, jetzt steht er beim Real-Ensemble im Kader. „Es wäre ein Traum, die Champions League zweimal nacheinander zu gewinnen“, erklärte sein Kapitän Sergio Ramos.

18-mal trafen die zwei Rekord­meister aufeinander, es gab je acht Siege und zwei Remis. Beim Endspiel 1998 gewann die Real-Truppe von Trainer Jupp Heynckes 1:0. Referee damals war Hellmut Krug aus Gelsenkirchen – und auch heute pfeift ein Schiedsrichter aus der deutschen Bundesliga: Felix Brych. (dpa, w.m.)