Fügen

Zillertalstraße: Eine Wahl, die längst keine mehr ist

Der Fügener Gemeinderat entscheidet am Mittwoch über die Zukunft der Zillertalstraße im Bereich Fügen. Obwohl es noch offene Fragen zu geben scheint, sieht der Großteil der Mandatare der Abstimmung positiv entgegen.
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Mittwochabend entscheiden die Fügener Mandatare über die Verkehrslösung. Es gibt nur ein „Für“ oder „Gegen“ die Variante Grün.

Von Eva-Maria Fankhauser

Fügen — Endlich ist es so weit: In Fügen geht etwas weiter. Der ewige Stau soll der Vergangenheit angehören. Mittwochabend fällt die Entscheidung, wie der Verkehr künftig an Fügen vorbeirollt.

Variante Grün: Ja oder Nein. So sehen die Möglichkeiten bei der Abstimmung des Gemeinderates in der NMS Fügen aus. Es gab rund 20 Varianten aus dem Bürgerbeteiligungsprozess. Davon blieben zwei Möglichkeiten übrig: entweder eine Umfahrungsstraße oder die bestehende Strecke zu adaptieren. Der Verkehrsausschuss entschied sich in einer knappen Abstimmung für eine neue Trasse. Variante Grün. Nicht zuletzt, weil das Land Tirol nur diese finanziell unterstütze. Davon sei man laut Christian Molzer von der Abteilung Verkehr und Straße auch nicht abgerückt. Geld gibt es nur für diese Variante. Wenn also heute Abend gegen diese Lösung gestimmt würde, ginge Fügen leer aus.

BM Dominik Mainusch ist aber guter Dinge: „Ich gehe davon aus, dass der Gemeinderat dafür stimmt." Was passiere, wenn die Abstimmung doch gegen die Variante ausfällt, könne er vorab nicht sagen. Auch Molzer wollte sich dazu nicht äußern. Alternative scheint es keine zu geben.

Die Vorteile für diese Verkehrslösung liegen für den Ortschef auf der Hand: Es gebe weniger Staus und auch die Dauer verkürze sich. Weiters werde der Ausweichverkehr reduziert, die Anschlussstellen seien effizienter, es gebe weniger Abbieger, der Knoten Mitte sei ein wertvoller Gewinn und auch die Wege im Ort würden sich verringern. „Die grüne Variante bietet eine Teillösung fürs Tal. Sie ist kein Allheilmittel, aber sie erreicht eine deutliche Befreiung, da wir bis jetzt stark vom Stau und Verkehr belastet worden sind", sagt Mainusch.

Linksabbieger gelten meist als Stauverursacher. Jener Abbiegestreifen nach Hart solle aber keiner sein. „Diese Kreuzung ist verkehrstechnisch geplant und sollte funktionieren", betont Molzer. Auch Mainusch glaubt, dass der Verkehr nicht blockiert werde, da der Streifen lang genug sei.

Mancher Fügener und Harter fragt sich auch, was mit den Bäumen entlang der Straße nach Hart passiert. „Bis dato sieht es so aus, als könnten sie alle stehen bleiben", sagt Gabriel Staggl vom Land Tirol. Die Unterführung werde ausgebaut, damit auch große landwirtschaftliche Geräte durchfahren können. „Da könnte es schon passieren, dass ein oder zwei Bäume in Mitleidenschaft gezogen werden", sagt Staggl.

Ob es eine Auf- bzw. Abfahrt der neuen Trasse beim Bahnhof geben wird, scheint noch unklar zu sein. Laut Molzer gebe es nur die Zufahrten Fügen Süd, Mitte und Nord. BM Mainusch schließt eine Anbindung noch nicht aus.

Offen bleibt, was mit dem so genannten Zellerhof direkt an der Zillertalstraße passiert. Laut Mainusch sei man noch im Gespräch. GV Manfred Zeller möchte in der derzeitigen Phase, kurz vor der Abstimmung, keine Stellungnahme zur Verkehrslösung abgeben. Er zählt mit GR Alois Huber zu jenen Mandataren, die als Anrainer der Straße gelten. Auch GV Roland Unterlercher und GR Anneliese Sprenger wird eine gewisse Befangenheit nachgesagt. Sie können abstimmen. Im Nachhinein könnte ihre Stimme jedoch beeinsprucht werden. Zeller werde sich vertreten lassen. Alle anderen wollen selbst abstimmen.

Die Abstimmung scheint bereits eine beschlossene Sache zu sein. Dennoch kann GR Huber nur den Kopf schütteln. Laut ihm werde sich durch die neue Straße nichts ändern. Die Hauptverursacher für den Stau seien der Tunnel und der Kreisverkehr in Wiesing. „Man nimmt so den Bauern ihren Grund, den Betrieben ihr Geschäft und Fügen muss dann rund drei Kilometer Straße selbst betreiben", sagt Huber. Zudem sei noch vieles ungeklärt. „Niemand weiß, wie viel Grund gebraucht wird." Er schätzt acht bis zehn Hektar.

Das sei laut Molzer sehr wohl bereits berechnet worden: 4,7 Hektar. Mehr würden nicht gebraucht.

Sollte die Abstimmung pro Variante Grün ausgehen, rechnet Mainusch mit einem Baustart 2019.

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