Datenleck in den USA: Fast 200 Millionen US-Bürger betroffen

Ein Mitarbeiter des Unternehmens “UpGuard“ hat eine öffentlich zugängliche Datenbank entdeckt, die persönliche Daten von mehr als 198 Millionen US-Wählern enthält.

Symbolfoto
© Reuters

Washington — Ein Datenanalyse-Unternehmen, das vorrangig für die republikanische Partei tätig ist, hat aus Versehen 1,1 Terabyte Wählerdaten geleakt, berichten die Nachrichtenplattform futurezone.at.

Ein Mitarbeiter des Unternehmens „UpGuard" habe, so futurezone, eine öffentlich zugängliche Datenbank entdeckt, die persönliche Daten von mehr als 198 Millionen US-Wählern enthalte. Das entspreche 61 Prozent der US-Bevölkerung. Die Datenbank würde neben Namen, Adressen, Geburtsdaten und Telefonnummern auch Stimmungsanalysen zu politisch kontroversen Themen, wie Waffenbesitz, Stammzellenforschung, Abtreibung sowie die „vermutete Religion und Ethnizität" enthalten.

Die Daten wurde versehentlich ohne Passwortschutz auf einem öffentlich zugänglichen Amazon-Server abgelegt. Ob auch andere Nutzer darauf zugegriffen haben — die Daten lagen insgesamt zwölf Tage offen— ist unklar. Deep Root Analytics hat den Fehler öffentlich eingestanden und den Zugriff gesperrt, nachdem man auf den Fauxpas aufmerksam gemacht wurde.

Der Datensatz wirft einige Fragen auf, unter anderem zum Thema Datenschutz. Einige US-Bundesstaaten verbieten das Aufbereiten von Wählerdaten zu kommerziellen Zwecken. Zudem gab es laut futurezone.at bislang keine dermaßen umfangreiche Liste von US-Wählern. Deep Root Analytics soll für seine Dienste im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 983.000 US-Dollar von der Republican National Convention (RNC) erhalten haben, bei „The Data Trust", dem wichtigsten Datenlieferanten der Republikaner, sollen es sogar 6,7 Millionen US-Dollar gewesen sein. Diese Daten wurden vorrangig für zielgerichtete Werbung eingesetzt und sollen Donald Trump zum Sieg verholfen haben. (hu)


Kommentieren


Schlagworte