„Sie nannten ihn Spencer“: Doku feiert das Leben des Haudegens
Vor einem Jahr starb Carlo Pedersoli alias Bud Spencer. Vergessen haben seine Fans ihn nicht. Jetzt erscheint eine neue Dokumetation.
Rom, Linz – „Mein Vater ist friedlich gestorben. Er hat nicht gelitten. Er hatte uns alle um sich. Sein letztes Wort war ‚Danke‘“: So beschrieb heute vor einem Jahr Guiseppe Pedersoli den Tod seines Vaters Carlo. Und Millionen Fans trauerten mit ihm. Denn es war kein anderer als Bud Spencer, der am 27. Juni 2016 für immer die Augen schloss. Er war 86 Jahre alt.
Carlo Pedersoli, 1929 in Neapel geboren, war ein Multitalent. Er war Olympia-Schwimmer, Jurist, Unternehmer, Musikproduzent, Bestseller-Autor. Berühmt wurde er aber vor allem als gutmütiger, schwergewichtiger Filmheld, der mit seinen Fäusten jeden Gegner niederstreckte. Und dabei nie bösartig war.
Die Prügeleien – vor allem mit Terence Hill an seiner Seite – sind für Generationen Kult. Genauso wie die Sprüche, die die beiden loslassen. 17 Filme hat das Duo miteinander gedreht – von „Gott vergibt... Django nie!“ (1967) bis zu „Die Troublemaker“ (1994). Eine lebenslange Freundschaft ist gewachsen. „Mit Bud war es immer eine Freude. Ich weiß schon, was er sagen wird, wenn wir uns dereinst wiedersehen werden: Wir haben nie gestritten“, sagte der Schauspieler bei der Trauerfeier in Rom. „Der Grund ist, wir haben uns respektiert, wir haben uns gemocht, und zusammen hatten wir Spaß.“
Doku startet am Todestag im Kino
Am Todestag von Bud Spencer startet nun der erste Kinodokumentarfilm über den italienischen Schauspieler. „Sie nannten ihn Spencer“ ist mehr als eine Biografie. Es ist eine Verneigung vor dem Menschen Carlo Pedersoli und ein Roadmovie. Acht Jahre hat der gebürtige Wiener Karl-Martin Pold an der Dokumentation gearbeitet. Er hat Terrence Hill getroffen – und Carlo Pedersoli selbst.
Als dokumentarisches Roadmovie angelegt, nähert sich der Streifen dem Schauspieler und einstigen Olympia-Schwimmer, analysiert aber auch den weltweiten Hype um den Haudegen mit Herz. Am Sonntag feierte der Film in Linz-Pasching seine Österreich-Premiere. Da war auch Guiseppe Pedersoli dabei. „Das tolle ist, dass vile Menschen in meinem Vater keinen Filmstar gesehen haben, sondern eher ein Familienmitglied, einen Freund“, sagte er dem ORF.
Auf der großen Kinoleinwand ist heute Abend aber auch ein „echter“ Spencer-Hill-Streifen zu sehen: Das Innsbrucker Metropol zeigt „Zwei Missionare“ um 20 Uhr. Mehr dazu: http://bit.ly/2uctoGO (smo, TT.com, APA)