CNN meldet sich nach Trumps Prügelattacke zu Wort

Der US-Präsident twitterte ein Video in dem er in Wrestling-Manier auf einen „CNN-Reporter“ losgeht. Nun wehrt sich das „Opfer“ in einer satirischen Video-Antwort.

Die satirische Antwort auf Trumps Tweet stammt nicht von CNN, sondern vom australischen Komiker Mark Humphries.
© Screenshot YouTube

Washington — Diesmal ist er zu weit gegangen. Mit dem Prügelvideo hat Donald Trump in seinem Feldzug gegen die Medien einen neuen Tiefpunkt erreicht. Das sehen auch viele Parteifreunde des US-Präsidenten so. In dem Clip, den Trump am Sonntag auf Twitter postete, ringt er einen Mann mit dem CNN-Logo als Kopf nieder:

Nun, wenige Tage später, spricht das „Opfer" der Prügelattacke erstmals über den Vorfall. Für das satirische Video, das am Montag auf YouTube veröffentlicht wurde, zeigt sich jedoch nicht der US-Nachrichtensender selbst verantwortlich. Es wurde vom australischen Komiker Mark Humphries für den Fernsehsender SBS produziert.

Untermalt von trauriger Musik erzählt „CNN" — wie in dem von Trump verbreiteten Clip ein Anzugträger mit dem CNN-Logo anstelle seines Kopfes — über seine Erfahrungen mit dem US-Präsidenten. „Das Mobbing hat schon vor einer Weile begonnen, hauptsächlich online", sagt „CNN", während Tweets eingeblendet werden, in denen Trump über den Sender herzieht und ihn der Verbreitung von „Fake News" (gefälschte Nachrichten) bezichtigt.

„Donald Trump begann, mich 'Fake News' zu nennen, was mindestens so schmerzhaft war, wie wenn ich ihn Präsident der Vereinigten Staaten nennen muss." Man habe versucht, darüber zu lachen, denn es sei ja auch ziemlich lustig — „auf eine George Orwell Art und Weise". Doch dann habe sich das Mobbing auf das Berufsleben ausgeweitet. An dieser Stelle sieht man Trumps „Opfer" bei einer Pressekonferenz. Der US-Präsident erklärt, er würde ihm keine Frage gestatten. „Bei einer Pressekonferenz Fragen zu stellen ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen! Ohne das — was bin ich denn dann noch?", sagt „CNN" mit brüchiger Stimme.

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"Dachten nicht, dass es handgreiflich werden würde"

„Wir dachten nicht, dass es handgreiflich werden würde", erklärt „CNN" weiter. Man habe ja bereits gehört, dass Trump schon früher Leute attackiert habe, erzählt „CNN" weiter. „Trotzdem war ich geschockt, als er mich beim Pixel packte."

Es sei schlimm, seinen Kindern erklären zu müssen, „dass der Anführer der freien Welt dich in einem GIF geschlagen hat", meint „CNN" und beginnt hemmungslos zu weinen. Worauf sich der Trump-freundliche Sender Fox News zu Wort meldet: „Sogar für uns geht das ein wenig zu weit — und wir sind ziemlich durchgeknallt." (TT.com)


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