Bericht: Türkei verstärkt Spionage wegen geflüchteter Soldaten

Die Spionage-Order ging demnach an alle türkischen Militärattaches im Ausland und an türkische Offiziere in NATO-Stützpunkten.

Dutzende türkische Diplomaten und Militärangehörige haben nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 Zuflucht in Deutschland gesucht. (Symbolfoto)
© REUTERS/Murad Sezer

Berlin, Ankara – Der türkische Generalstab hat seine auf NATO-Stützpunkten im Ausland stationierten Offiziere einem Medienbericht zufolge angewiesen, geflohene Soldaten gezielt auszuforschen. Ein Befehl vom 9. Juni dieses Jahres fordere die Offiziere auf, alle Informationen über ihre ehemaligen Kameraden zu beschaffen, berichten Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR (Mittwoch).

Unter anderem wolle Ankara wissen, wo diese wohnen, ob sie Asylanträge gestellt haben und ob sie in Kontakt zu westlichen Regierungen oder Medien stehen, heißt es weiter. Die Spionage-Order ging demnach an alle türkischen Militärattaches im Ausland und an türkische Offiziere in NATO-Stützpunkten. Insgesamt sollen es mehrere Hundert Befehlsempfänger sein.

Dutzende türkische Diplomaten und Militärangehörige haben nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 Zuflucht in Deutschland gesucht oder sich gegen eine Rückkehr in die Türkei entschieden, weil sie politische Verfolgung fürchten. Spionageaktivitäten türkischer Stellen haben in Deutschland zuletzt mehrfach für Verärgerung und Gegenmaßnahmen gesorgt. (APA, dpa)

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