Schwere Erpressung von Tiroler Top-Arzt

Veranlagungsgeschäfte machten einen bekannten Tiroler Mediziner zur Hauptfigur eines filmreifen Krimis. So waren gestern am Landesgericht ei...

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© APA/ TECHT

Veranlagungsgeschäfte machten einen bekannten Tiroler Mediziner zur Hauptfigur eines filmreifen Krimis. So waren gestern am Landesgericht ein Deutscher und ein Türke teils wegen schwerer Nötigung, schweren Betruges und schwerer Erpressung angeklagt. Beim Deutschen hatte der Arzt 268.000 Euro veranlagt – dieser hatte das Geld jedoch veruntreut. Der Mediziner scheiterte erst an der Rückeintreibung. Bis ihn sein Praxis-Reinigungsgehilfe letztes Jahr um ein Darlehen bat und der Arzt aufgrund der Fehlinvestition ablehnte. Daraufhin schlug ihm der Türke die Eintreibung des Geldes vor. Der Arzt willigte ein und versprach 16 Prozent Provision. Schon bald stand der Reiniger vor der Türe des Vermögensberaters – und drohte mit der PKK. Dies veranlasste wiederum den Deutschen zu einem Treffen mit dem geprellten Arzt. Im Nebenraum eines Innsbrucker Lokals zeigte er dem Medicus einen Geldkoffer und ließ sich vorab die Übernahmebestätigung für die 268.000 Euro unterschreiben. Danach öffnete der Deutsche den Koffer und zeigte eine Pistole. Dazu führte er Telefonate auf Russisch, ließ die Bestätigung von einem Hünen abholen und erzählte von bereits getätigten Mordaufträgen. Vor dem Gehen wischte er noch die Fingerabdrücke vom Trinkglas. Der eingeschüchterte Arzt wies den Türken daraufhin an, alle Interventionen einzustellen. Dieser meinte dazu, dass er und der Arzt nun unter Personenschutz seiner italienischen Freunde stehen würden. Obwohl der Arzt dies ablehnte, erhielt er per Italo-Handy SMS, wonach er als Auftraggeber 1,5 Millionen Euro Schutzgeld zu zahlen habe. Der Deutsche hatte den Betrug eingestanden, der Türke, die SMS geschickt zu haben. Der Schöffensenat fand wiederum keine Erklärung dafür, warum der honorige Arzt so eine unfassbare Geschichte erfinden sollte. Zwei Jahre Haft ergingen über beide nicht rechtskräftig.

Geldstrafen über 800 (Zusatzstrafe) und 1000 Euro ergingen hingegen über ein Tiroler Paar, das einen ihnen bis zum Reha-Termin anvertrauten 92-Jährigen fast austrocknen ließen. Eine Bekannte verständigte nach 14 Tagen für den völlig Dehydrierten den Notarzt. Das Spital erstattete Anzeige. (fell)

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