21 Tote nach Londoner Hochhausbrand identifiziert

Drei Wochen nach dem verheerenden Brand im Grenfell Tower durchsuchen rund 250 Ermittler nun den Schutt per Hand. Die Suche nach den Überresten der mehr als 80 Toten wird noch Monate dauern.

Tonnen von Schutt und Asche müssen die Spezialisten nun in dem völlig ausgebrannten Hochhaus per Hand durchsuchen.
© Retuers/Peter Nicholls

London – Drei Wochen nach der Brandkatastrophe in einem Londoner Hochhaus sind erst 21 Todesopfer identifiziert worden. Die Einsatzkräfte hätten bislang 87 Bergungen gemacht, teilte Stuart Cundy von Scotland Yard am Mittwoch mit. Wegen des verheerenden Feuers seien oft nur Leichenteile entdeckt worden. Spezialisten suchten nun per Hand im Schutt nach menschlichen Überresten.

Bereits zuvor hatten Polizei und Feuerwehr darauf hingewiesen, dass die große Hitze fast nur noch Schutt und Asche im Hochhaus hinterlassen habe. Die Polizei ging bislang von mindestens 80 Toten aus. Es wird allerdings befürchtet, dass viele Menschen illegal in dem Sozialbau gelebt haben und ums Leben gekommen sein könnten.

Bewohner von 23 Wohnungen bislang nicht auffindbar

Rund 250 Spezialisten sind im Grenfell Tower im Einsatz. Sieben Tage die Woche durchsuchen die Ermittler mit Unterstützung von Anthropologen nun die rund 15,5 Tonnen Schutt pro Stockwerk – per Hand, erklärte Stuart Cundy. Die Such- und Bergungsaktion in dem Hochhaus werde vermutlich erst Ende des Jahres abgeschlossen werden können. „So lange nicht alle Überreste eindeutig zugeordnet werden konnten, kann ich nicht sagen, wie viele Todesopfer bislang geborgen worden sind“, sagte Cundy.

Die Aussagen von Angehörigen und Überlebenden sind für die Ermittler nun entscheidend. Danach werde die Suche zuerst an den von ihnen angegebenen Stellen durchgeführt.

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Nach Aussage von mindestens einem Bewohner müsse davon ausgegangen werden, dass mindestens 18 Menschen aus den oberen Stockwerken das Feuer nicht überlebt haben. Zudem fehle von Bewohnern von 23 Wohnungen jegliche Spur. „So lange unsere Suche nicht abgeschlossen ist, kann ich nicht sicher sagen, wie viele Menschen in diesen Wohnungen – als Bewohner oder Besucher – waren“, sagte Cundy.

Das Feuer am 14. Juni in dem 24-stöckigen Londoner Sozialbau war durch einen defekten Kühlschrank entstanden. Es konnte sich über die leicht entflammbare Fassadenverkleidung rasend schnell ausbreiten. (dpa, TT.com)


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