Tiroler flüchtete auf Gegenfahrbahn mit 160 km/h: Urteil

Um Leben und Tod ging es im März bei einer Wahnsinnsfahrt im Bezirk Kufstein. Dort war ein 27-Jähriger nach einem heftigen Beziehungsstreit ...

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© TT / Boehm (Symbolfoto)

Um Leben und Tod ging es im März bei einer Wahnsinnsfahrt im Bezirk Kufstein. Dort war ein 27-Jähriger nach einem heftigen Beziehungsstreit vor der herannahenden Polizei geflüchtet. In einem kleinen Sportwagen lieferte der Unterländer den Streifenwagen dann eine halsbrecherische Verfolgungsjagd.

Mit bis zu 160 km/h beschleunigte der Flüchtende teils sogar auf die Gegenfahrbahn. Zwei entgegenkommende Fahrzeuge konnten eine Kollision nur noch durch Ausweichen in letzter Sekunde verhindern. Das zweite Fahrzeug trieb es in der Not direkt auf das Bankett. Der lebensgefährliche Horror hatte erst ein Ende, als der 27-Jährige mit seinem Sportwagen einem Vorausfahrenden ins Heck gefahren war. Die heranrückenden Polizisten beschimpfte und bedrohte der Lenker darauf massiv und drohte ihnen mit Freunden bei den „Hells Angels“. Schon kurz darauf zeigte ein Alkomattest einen Blutalkoholwert von knapp zwei Promille. Bei den Verwaltungsbehörden ist der Unterländer ohnehin kein Unbekannter mehr. 33 Verwaltungsdelikte scheinen bereits auf. Aufgrund des jüngsten Vorfalls ist der Amoklenker seinen Führerschein nun übrigens für 20 Monate los. Gestern am Landesgericht zeigte sich der wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit und gefährlicher Drohung Angeklagte peinlich berührt: „Wenn ich das Rad doch zurückdrehen könnte!“ Zu spät. Richter Thomas Dampf verhängte rechtskräftig eine Geldstrafe von 3400 Euro. „Sie müssen froh sein, dass nicht mehr passiert ist. Hier hätte es ja ganz leicht Todesopfer geben können. Wäre es bei einem Unfall auch nur zu Verletzten gekommen, wären sie in Haft gegangen!“

Für großes Aufsehen hatte letzten Oktober eine Brandstiftung in einer Pradler Wohnung gesorgt. Nach Ermittlungen war eine 43-Jährige verdächtigt worden, den Brand in der Wohnung ihrer Schwester gelegt zu haben. Dass Letztere auch noch spurlos verschwunden war, war Anlass für düstere Spekulationen. Die Schwester ist indes wieder wohlbehalten aufgetaucht. Die 43-Jährige musste sich gestern jedoch einem Verfahren auf Unterbringung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher stellen. Psychiater Miklos Marosi hatte bei der schon lange Besachwalteten eine schizoaffektive Störung mit Schizophrenie und manischer Depression diagnostiziert. Die Betroffene machte zum Sachverhalt keinerlei Aussagen, hatte aber Stunden vor der Tat in der Wohnung getobt. Ihr Lebensgefährte gab ihr für die Tatzeit jedoch ein etwas holpriges Alibi. Staatsanwalt Andreas Leo: „Beim Prozess wegen Falschaussage wird er kein Zeuge mehr sein!“ Aufgrund fehlender Krankheitseinsicht und bestehender Gefährlichkeit urteilte der Schöffensenat auf Anstaltseinweisung. (fell)

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