Islam-Studie: Duzdar fordert Konsequenzen

„Wenn nichts an den Vorwürfen dran ist, wie der Außenminister behauptet, kann man die Vorwürfe rasch entkräften“, sagt SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar.

Staatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ).
© APA

Von Michael Sprenger

Wien –Wurde die umstrittene Studie zu den Islam-Kindergärten manipuliert, wurde sie von Beamten umgeschrieben, zugespitzt? „Diese Vorwürfe sind leicht aus der Welt zu schaffen“, erklärte Beamtenstaatssekretärin Muna Duzdar (SPÖ). „Wenn nichts an den Vorwürfen dran ist, wie der Außenminister behauptet, kann man die Vorwürfe rasch entkräften. Da Beamte ja in ihrer Arbeit unpolitisch agieren müssen, empfehle ich dem Außenminister, ein Disziplinarverfahren einzuleiten. Dann schafft er Klarheit. Da geht es auch um die Wiederherstellung des guten Rufs der öffentlichen Verwaltung“, sagt Duzdar der TT.

Laut Falter sollen Beamte des von Sebastian Kurz geführten Außenministeriums die Studie da und dort inhaltlich korrigiert haben – um ein möglichst ungünstiges Bild von den Islam-Kindergärten zu zeichnen. Islamwissenschafter Ednan Aslan verteidigt seine Studie. Er habe die Veränderung angeordnet.

Duzdar verlangt zudem, dass die Koordinationsstelle einberufen wird. Dieses Gremium wurde mit dem Integrationsgesetz geschaffen, getagt hat es bislang aber nicht. „Ich will, dass alle Studien von Professor Aslan in diesem Zusammenhang auf den Tisch gelegt werden, damit die wissenschaftlichen Standards überprüft und für die Zukunft sichergestellt werden können.“

Auch Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) nimmt zur Causa Stellung. Sie sei „froh, dass die Uni Wien ihre Verantwortung wahrnimmt – und die Studie prüft. Lieber wäre mir aber, wenn das die Agentur für wissenschaftliche Integrität tun würde.“ Aufgabe dieses 2008 u. a. von zwölf Unis gegründeten Vereins: „Vorwürfe wissenschaftlichen Fehlverhaltens in Österreich auf professionelle Weise zu untersuchen.“

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