Fußball: „Hibs“ laut Legionär Sahanek „stärker als Düdelingen“

Paola (APA) - Marco Sahanek ist ausgezogen um in Malta sein Fußballglück zu finden. Mit Meister Hibernians FC bekommt er es gleich in einer ...

Paola (APA) - Marco Sahanek ist ausgezogen um in Malta sein Fußballglück zu finden. Mit Meister Hibernians FC bekommt er es gleich in einer seiner ersten Partien mit Österreichs Dominator Red Bull Salzburg zu tun. Die Rollen vor den Duellen der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League sind klar verteilt, der Underdog hat aber einiges vor. Das Hinspiel steigt am Dienstag (20.30 Uhr) in Paola.

„Wir gehen nicht in die Partie und sagen, wir verlieren 0:3. Wir wollen eine Überraschung schaffen und sind überzeugt, dass wir, wenn wir einen guten Tag haben und Salzburg am falschen Fuß erwischen, was mitnehmen können“, sagte Sahanek im APA-Gespräch. Vor allem vor eigenem Publikum seien die Chancen „auf unserem kleinen Platz“ gegeben. „Wenn wir 1:0 gewinnen oder Unentschieden spielen, können wir sie vielleicht nervös machen, weil sie sicher in den Hinterköpfen haben, dass sie noch nie die Gruppenphase erreicht haben“, erklärte der Offensivspieler.

Einmal blamierten sich die „Bullen“ bereits in der zweiten Quali-Runde, 2012 kam gegen Luxemburgs Meister Düdelingen das Aus. „Düdelingen habe ich damals mitverfolgt, man sieht, was alles möglich ist. Und ich schätze uns stärker ein als Düdelingen“, erzählte der Wiener. Für Überraschungen muss man aber gar nicht weit zurückblicken. In der ersten Europa-League-Quali-Runde scheiterten die Glasgow Rangers erst kürzlich an Pogres Niederkorn (LUX). Das macht Clubs wie den „Hibs“ Mut.

Maltas zwölffacher Meister und zehnmaliger Cupsieger trägt seine Spiele in Paola aus, zu Topspielen kommen „4.000 bis 5.000“ Anhänger. In der ersten CL-Quali-Runde gegen Tallinn waren es 3.000. „Durch das Weiterkommen ist auch ein bisschen eine Euphorie entstanden. Und Salzburg ist für die Hibs was ganz Großes“, rechnet Sahanek mit mehr Fans.

Der 27-Jährige ist einer von zehn Legionären im Kader, mit dem als Linksverteidiger vorgesehenen Martin Kreuzriegler steht ein weiterer Österreicher im Aufgebot. Gefährlichster der vier Brasilianer ist Jorginho, der in den Duellen mit Tallinn jeweils traf. „Wir spielen nicht so einen körperbetonten Fußball, aber von den Einzelspielern und der Qualität denke ich schon, dass wir in der Bundesliga ab dem fünften Platz mitspielen könnten“, wagte Sahanek einen Vergleich.

Trainer der „spielerisch guten Mannschaft“ ist der Engländer Mark Miller, der seit 2002 auf Malta coacht. „Er will das moderne Spiel spielen lassen mit vorne anpressen“, sagte Sahanek. Der Ex-ÖFB-U19-Kicker spielt für den 54-Jährigen eine zentrale Rolle, ist als „Zehner“ eingeplant. Von Start weg durfte er die Standardsituationen von der rechten Seite schießen. Sahanek ist bekannt für seine ruhenden Bälle. Gegen Tallinn bereitete er damit in seinem ersten Pflichtspiel beide Tore vor. Salzburg ist gewarnt. „Ein Tor gegen Salzburg wäre was ganz Besonderes“, hoffte Sahanek.

Seine Vorfreude auf die Partie wächst von Tag zu Tag. „Dadurch sind wir auch wieder ein bisschen im Rampenlicht in Österreich“, verlautete Sahanek. Dort hatte er 2016/17 mit neun Toren und elf Assists in 33 Erste-Liga-Spielen großen Anteil am Klassenerhalt des FAC gehabt. Hibernians-Verantwortliche hatten ihn im letzten Saisonspiel gegen Kapfenberg beobachtet.

„Beim ersten Anruf war ich noch unschlüssig. Wir haben uns dann als Familie dazu entschlossen, weil es für uns auch eine Weiterentwicklung ist. Du lernst eine neue Kultur kennen“, erzählte Sahanek. Malta sei ein schönes Land zum Leben. „Vom Geld her passt es auch gut“, betonte der Ex-Admiraner. Seine Freundin samt etwas mehr als zweijähriger Tochter werden bald fix nachkommen.

Bis dahin will Sahanek, der im Winter-Trainingslager auf Malta war, ein vom Club finanziertes Appartement gefunden haben. Momentan wohnt er mit Kreuzriegler in einem Penthouse, das ihnen vom Tiroler Helmut Amhof zur Verfügung gestellt wird. Der organisiert dort Trainingslager und ist mit Hibernians-Präsident Anthony Bezzina befreundet, hatte auch seine Finger beim Transfer im Spiel.

Sein Vertrag läuft für ein Jahr samt Option für zwei weitere Jahre. „Ich will eine gute Saison spielen, dann wird man sehen was kommt“, so Sahanek, der mitbekommen hat, dass auf Malta „viele Scouts aus Italien“ sind. Die Ligasaison startet erst Mitte August, bei einem Out gegen Salzburg könnte es für Sahanek und Co noch „ein, zwei“ trainingsfreie Wochen geben.


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