Sizilianer protestierten wegen Wasserknappheit

Die Verteilung mit Tankfahrzeugen gilt als ungenügend, viele Menschen müssen selbst Wasser kaufen: Weil die Versorgung mit Wasser in Sizilien seit Monaten unzureichend ist, kam es auf der Mittelmeer-Insel zu Protesten.

Symbolfoto.
© Böhm

Palermo - Die seit Monaten andauernde Wasserknappheit auf Sizilien hat zu Protesten in Caltanissetta geführt. In der sizilianischen Stadt ist das Wasser seit Wochen stark rationiert. Lediglich abends fließt gelegentlich das Wasser in den Wohnungen.

Aufgebrachte Bürger demonstrierten Samstagnachmittag gegen die chronischen Engpässe in der Wasserversorgung, die sich wegen der Dürre der vergangenen Monate noch mehr verschlechtert hätten. Die ersatzweise Verteilung mit Tankfahrzeugen gilt als ungenügend. Viele Menschen müssen Wasser selbst kaufen. Experten haben wiederholt darauf hingewiesen, dass in Sizilien eigentlich genug Wasser für alle da wäre. Allerdings seien die Leitungen derart mangelhaft und schlecht gewartet, dass das meiste Wasser versickere.

Die Mafia verdient mit

Schwere Versäumnisse der Politik sind für den akuten Wassermangel auf Sizilien mitverantwortlich, der in den vergangenen Tagen zu heftigen Protesten geführt hat. Auch die Mafia hat die Finger im Spiel. Medienberichten zufolge haben Mafia-Clans Wasserleitungen in Süditalien absichtlich beschädigt, um sich mit der Versorgung durch Tankwagen eine goldene Nase zu verdienen.

Italien ist derzeit mit einer starken Hitzewelle konfrontiert. Temperaturen von mehr als 40 Grad werden für diese Tage in mehreren Städten erwartet. Besonders schwül werde es in großen Städten wie Turin, Verona, Bologna oder Rom und Mailand. (APA)

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