St. Leonhard feierte eigenes E-Kraftwerk

Von Toni Zangerl...

Von Toni Zangerl

St. Leonhard im Pitztal –Auf ihr gemeindeeigenes Elektrizitätskraftwerk mächtig stolz ist die 1500-Einwohner-Gemeinde St. Leonhard im hinteren Pitztal. Gestern Sonntag wurde es gesegnet, eröffnet und offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Rund 11 Millionen Euro – und somit zwei Millionen weniger als veranschlagt – hat die Kommune sinnvoll in die Stromversorgung investiert und ist damit autark in ihrer Stromversorgung.

Da freute sich Bürgermeister Elmar Haid mit seinem Gemeinderat, als gestern Pfarrer Paul Grünerbl das neue Kraftwerk segnete. Zahlreiche Bürgermeisterkollegen zeigten sich beeindruckt, welchen Innovationsgeist und zukunftsträchtigen Schritt die kleine Gemeinde im hinteren Pitztal gesetzt hat.

„Respekt und Gratulation“ erbrachte da stellvertretend Imsts Bürgermeister Stefan Weirather seinem St. Leonharder Amtskollegen Elmar Haid, der sich wie sein Vorgänger Rupert Hosp freute. Unter Hosp und dessen Amtsführung waren die notwendigen Entscheidungen erfolgt. Spatenstich war im Mai 2015.

„Es war damals ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderates, und das war und ist sicher nicht alltäglich“, blickte der ehemalige Dorfchef zurück. Ebenso erfreulich und nicht alltäglich war, „dass es ohne jegliche Proteste unserer Bürger verlief“.

Perfekt und problemlos gelang auch die Errichtung des Kraftwerkes. In nur 17 Monaten Bauzeit waren die Bauarbeiten an den Gewerken an der Pizze erledigt worden.

Bereits im Herbst 2016 konnte der Probebetrieb aufgenommen werden. Und seither werden rund vier Kubikmeter Wasser pro Sekunde der Pizze beim Ortsteil Scheibenbrand entnommen, die dann nach der 3,8 Kilometer langen Druckleitung im Krafthaus unterhalb der Fraktion Schusslehn in die beiden Turbinen schießen.

„Die Fallhöhe beträgt dabei rund 130 Meter, und wir können rund 18 Gigawattstunden pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Verbrauch von 4000 Haushalten“, erklärte Betriebsleiter Ingo Sturm.

Seit dem Frühjahr 2017 läuft die Anlage im Regelbetrieb. Und so wie im Fall des bereits in Betrieb befindlichen Kraftwerks der Gemeinde Jerzens mit ähnlicher Kapazität war der Schritt der Pitztaler in die Unabhängigkeit von externen Energielieferanten ein über kommende Jahrzehnte hinaus bedeutender.

„Das Wasser der Pizze in so einem Vorzeigekraftwerk mit hohem ökologischen Anspruch zu nützen und damit sauberen Strom aus der Region für die Region zu erzeugen, ist zukunftsweisend“, betonte Projektleiter Stefan Thomaset.


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