Prächtiger Opernabend mit Rossinis „Le Comte Ory“ in Klosterneuburg

Klosterneuburg (APA) - Ein Fake-Eremit und falsche Pilgerinnen im Stift Klosterneuburg: Samstagabend ist im prächtigen Ambiente des Kaiserho...

Klosterneuburg (APA) - Ein Fake-Eremit und falsche Pilgerinnen im Stift Klosterneuburg: Samstagabend ist im prächtigen Ambiente des Kaiserhofs die Premiere von Gioachino Rossinis Oper „Le Comte Ory“ in einer prominent besetzten Inszenierung von Francois de Carpentries mit anhaltendem Beifall bedacht worden. Als Gräfin Adele feierte Daniela Fally ein fulminantes Rollendebüt, in der Titelrolle beeindruckte Iurie Ciobanu.

Dass dieses Rossini-Opus relativ selten auf den Spielplänen der Opernhäuser vorzufinden ist, liegt wohl nicht zuletzt daran, dass es erstklassiger Stimmen bedarf, um die anspruchsvollen, mit schwierigen Koloraturen durchsetzten Partien angemessen zu realisieren. In Klosterneuburg schöpft man diesbezüglich aus dem Vollen: Neben Fally und Ciobanu agieren u.a. Spitzenkräfte wie Margarita Gritskova in der Rolle des Pagen Isolier, Martin Achrainer als Raimbaud oder Carole Wilson als Ragonde. Insofern ist im ohnehin mit Qualität gesegneten Klosterneuburg heuer ein Opernensemble der besonderen Klasse zu erleben, das stimmlich wie darstellerisch überzeugt. Temperamentvoll geleitet der festivalerfahrene Christoph Campestrini am Pult der Beethoven Philharmonie durch die Partitur.

Auf der wieder einmal bemerkenswert schrägen, aber offenbar gut bespielbaren und - passend zum Chorherrenstift und seinen Buchschätzen - mit Zitaten aus alten Handschriften designten Bühne von Hans Kudlich sind nur wenige Elemente - etwa im ersten Teil der hohle Baum als Blickfang - im Raum platziert, der auch gut genützt wird. De Carpentries sorgt in seiner Regiearbeit dafür, dass von Anfang bis Ende turbulentes Treiben herrscht. Da wird auch der Chor tüchtig miteinbezogen, hüpfen (Stoff-)Esel und Einhorn munter umher, rülpst die verkleidete Pilgerschar - auf Fahrrädern unterwegs - dezent nach dem Gelage vor sich hin (großartig die Kostüme: Karine van Hercke). Das effektvolle Gewitter fand zum Glück nur auf der Bühne statt.

Vor Beginn der Vorstellung wurde Michael Garschall, Intendant der operklosterneuburg, coram publico anlässlich seines runden Geburtstags und seines 20-jährigen Jubiläums als künstlerischer Leiter des Opernfestivals mit dem Kulturpreis der Stadtgemeinde Klosterneuburg geehrt. Auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) stellte sich als Gratulantin ein. Für 2018 wird in Klosterneuburg Verdis „La Traviata“ angekündigt.

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(S E R V I C E - operklosterneuburg: Gioachino Rossini, „Le Comte Ory“. Regie: Francois de Carpentries, mit Iurie Ciobanu, Daniela Fally, Margarita Gritskova, Peter Kellner, Martin Achrainer, Carole Wilson, Florina Ilie. Vorstellungen bis 4. August, Oper für Kinder am 23. Juli, Tickets und Information: Tel. 02243 / 444-424, www.operklosterneuburg.at)


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