Gewaltausbruch um G20-Gipfel: Knapp 500 Polizisten verletzt

Die Bilanz der Hamburger Sicherheitskräfte nach den Ausschreitungen am G20-Gipfel-Wochenende fällt erschreckend aus: 476 Polizeibeamte wurden verletzt, die eingesetzten Waffen der Linksextremisten waren zum Teil „lebensbedrohlich“.

Die Randalierer konnten im Schanzenviertel stundenlang wüten, ehe die Polizei mit Spezialtruppen einschritt.
© dpa

Hamburg - Bei den Ausschreitungen am Rande des G-20-Gipfels in Hamburg sind nach Angaben der Sicherheitsbehörden fast 500 Polizisten verletzt worden. 476 Beamte hätten bei den Krawallen rund um das Spitzentreffen Blessuren erlitten, sagte Einsatzleiter Hartmut Dudde am Sonntag in Hamburg.

„Darunter Gesichtstreffer durch Pyrotechnik, Fahrrad von der Brücke geworfen, Gehirnerschütterung, Steinbewurf, Flaschenbewurf, Splitter unter dem Visier“, sagte Dudde. Zwei Hubschrauberpiloten seien mit Laserpointern geblendet worden. Es seien 186 Menschen fest- und 225 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Von den Festgenommenen stammten 132 aus Deutschland, acht aus Frankreich und sieben aus Italien.

Kritik am späten Einschreiten der Polizei gegen die stundenlange Randale von Linksextremisten im Schanzenviertel in der Nacht auf Samstag wiesen die Sicherheitsbehörden zurück. Die Kräfte hätten zwar bereitgestanden, aber es habe einen Hinweis auf einen Hinterhalt am Schulterblatt nahe des Autonomen-Zentrums Rote Flora gegeben, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer.

Steinschleudern mit Stahlkugeln

Vom Dach eines Hauses an der Straße sei mindestens ein Brandsatz hinunter geschleudert worden. Daher habe man aus Sicherheitsgründen auf Spezialeinheiten warten müssen, die das Haus stürmen konnten. Zudem hätten die Linksextremisten Steinschleudern mit Stahlkugeln eingesetzt. Eine der Kugeln habe sogar die Panzerung eines Wasserwerfers durchschlagen. Auch zwei Polizisten seien durch Steinschleuder-Beschuss verletzt worden.

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„Es war schier nicht möglich, an diese Einsatzorte zu kommen“, sagte Dudde. Die Polizei habe den Bereich zunächst für sich selbst sichern müssen. „Das war für uns eine neue Erfahrung... Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass es so einen kleinen Konsens gibt, dass man mit lebensbedrohlichen Mitteln nicht auf Polizisten einwirkt - der ist zumindestens jetzt im Verlauf des G20-Gipfels in Hamburg deutlich durchbrochen worden.“

Zur Absicherung des zweitägigen Treffens waren mehr als 20.000 Polizisten aus ganz Deutschland im Einsatz, außerdem auch 215 Polizisten aus Österreich, darunter 20 Beamte der Sondereinsatzeinheit Cobra und 74 Personen der Spezialeinheit WEGA sowie Grenz- und Verkehrspolizisten aus dem Burgenland und aus Kärnten. (APA/Reuters)


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