Zeitzeugen gedenken Mittelmeerüberfahrt jüdischer Flüchtlinge 1947

Sete (APA/AFP) - 70 Jahre, nachdem ein Schiff mit 4500 Holocaust-Überlebenden aus Frankreich nach Palästina fuhr, haben Zeitzeugen an die Fl...

Sete (APA/AFP) - 70 Jahre, nachdem ein Schiff mit 4500 Holocaust-Überlebenden aus Frankreich nach Palästina fuhr, haben Zeitzeugen an die Flucht aus Europa erinnert. Am Sonntag gedachten sie bei einer Zeremonie im südfranzösischen Sete der Überfahrt, in deren Folge der israelische Staat gegründet wurde.

Das Schiff „Exodus“, ursprünglich ein US-Flussdampfer, war in der Nacht zum 11. Juli 1947 Richtung Palästina ausgelaufen - obwohl in dem britischen Mandatsgebiet damals Juden die Einreise verboten war.

„Die Hälfte der Menschen in Sete wissen nichts von dem Ereignis“, sagte der Vorstand der jüdischen Gemeinde in Sete, Freddy Dran. Zwei Tage nachdem das Schiff in Frankreich auslief, zwang die britische Marine die Besatzung, nahe der palästinensischen Stadt Haifa zu landen. Die Flüchtlinge, unter ihnen 950 Kinder, wurden wieder nach Europa abgeschoben und teilweise wieder in Lagern interniert.

Geschichtswissenschaftler sehen die Reise der „Exodus“ als weiteren Grund für die Errichtung des israelischen Staats. Denn als die UNO im November 1947 über die Teilung des palästinensischen Staats entschied, war die Geschichte des Schiffsdramas in aller Munde. Anders als heute: „Es ist das letzte Mal, das Überlebende zu einem Gedenkjubiläum kommen, in zehn Jahren werden sie nicht mehr da sein“, sagte Gemeindevorstand Dran.

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