Freiluft-Events in Tirol: Warm anziehen bei Wetterleuchten und Co.

Tirol ist im Sommer oft ein hartes Pflaster für Freiluft-Events. Mancherorts hat man sich mit den widrigen Umständen arrangiert. Mütze und Jacke sind am Samstag auch beim Wetterleuchten-Festival auf der Innsbrucker Seegrube gefragt. Mit dem TT.com-Blog seid ihr live mit von der Partie.

Am 13. und 14. Juli wird die Seegrube in Innsbruck während des "Wetterleuchten" wieder von Zelten tanzwütiger Festivalfans besiedelt.
© Martin Reiser

Innsbruck — Das ansonsten sonnige Gemüt von Claudia Lugger ist einigermaßen getrübt. „Das Wetter macht mir Sorgen", sagt die Obfrau der Schlossbergspiele Rattenberg, die eine verregnete Zwischenbilanz ziehen muss. Nur an einem der bislang sieben Aufführungstermine herrschte Schönwetter-Stimmung auf der Freiluft-Bühne, die mehr als 500 Zuschauer fassen könnte. „Aber jetzt spielen wir oft vor halbleeren Rängen", sagt Lugger — und ärgert sich ein wenig über die vielen Hobby-Meteorologen, die sich zu sehr auf ihre Apps verlassen.

Spontaneität der Besucher ist gefragt

„Wenn das Handy schon am Nachmittag Regen prophezeit, dann hagelt es bei uns Absagen. Aber solche Prognosen gehen oft ins Leere, es ist nicht nur einmal passiert, dass es am Abend dann schön war und wir kaum Zuschauer hatten", erzählt Lugger — und appelliert an die Spontaneität der Besucher. „Das Wetter ist ja neuerdings so sprunghaft, dass wir immer erst kurz vor Aufführungsbeginn entscheiden, ob wir spielen oder nicht." Sprich: Erst wenn's um 21 Uhr tatsächlich schüttet, fällt die diesjährige Komödie „Die Kluibenschädel-Saga", die noch bis 5. August zu sehen ist, ins Wasser. Hat man nie daran gedacht, den Spielort wetterfest zu überdachen? Lugger: „Das würde definitiv unser Budget sprengen. Und schön ausschauen tut das ja meistens auch nicht."

Keine Frage: Der Tiroler Sommer ist ein hartes Pflaster für Freiluft-Veranstaltungen. Aus diesem Grund wird bei den Tiroler Volksschauspielen Telfs seit 2012 wohlweislich auf eine Open-Air-Aufführung verzichtet — zu oft mussten Vorstellungen regenbedingt abgesagt werden oder die Zuschauer bei herbstlichen Temperaturen frösteln. Andere Sommerbühnen, wie etwa die Haller Gassenspiele, sichern sich mit einem Ersatzspielort ab, um nicht bei jedem kleinen Nieseln in Panik zu geraten. Auf der Geierwally Freilichtbühne in Elbigenalp, wo heuer „Die Schwabenkinder" auf dem Spielplan stehen, muss man sich indes vor etwaigen Wetterkapriolen nicht mehr fürchten: Dank einer flexiblen Überdachung werden Schauspieler und Besucher auch bei Regen nicht nass.

Elektronik-Sound und Lagerfeuer beim "Wetterleuchten"

Hagel, Sturm und Schnee lassen Berthold Schwan mittlerweile kalt. „Ich hab' zehn Jahre lang bei jedem Wetterbericht mitgefiebert — schöner wurde es deshalb trotzdem nicht", lacht der Veranstalter des „Wetterleuchten"-Festivals, das am Samstag und Sonntag zum 15. Mal auf rund 2000 Metern Seehöhe feinsten Elektronik-Sound verspricht. An ungemütliche Umständ' hätten sich die Besucher im Laufe der Jahre gewöhnt, sagt Schwan — und lobt die anpassungsfähigen Gäste, die vorsorglich mit Mütze und Jacke zur alpinen Location anreisen.

Und dafür mit einer einzigartigen Aussicht und gemütlichen Lagerfeuer-Stimmung belohnt werden. Auch für das heurige Festival - www.wetterleuchten.at - , bei dem unter anderem Philipp Quehenberger Electro-Pop mit Techno und Noise paart, sollte man sich warm anziehen — doch trotz prognostizierten Wettersturzes ist der Samstag bis auf wenige Restkarten ausverkauft. Sonnige Aussichten also... (fach, TT.com)

Tipp

  • TT.com berichtet vom Wetterleuchten-Festival am Samstag in einem Live-Blog!

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